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Stephanie Venier im FIS-Ski.com Interview: „Ich möchte bei der WM in Are eine Medaille gewinnen.“

© Ch. Einecke (CEPIX) / Stephanie Venier im FIS-Ski.com Interview: "Ich möchte bei der WM in Are eine Medaille gewinnen."

© Ch. Einecke (CEPIX) / Stephanie Venier im FIS-Ski.com Interview: „Ich möchte bei der WM in Are eine Medaille gewinnen.“

Stephanie Venier ist ein Teil des starken österreichischen Speed-Damen-Team. Nach einer Saison mit Höhen und Tiefen, will sie in dieser Saison im Skiweltcup wieder Erfolge feiern und bei der Ski WM 2019 in Are um eine Medaille kämpfen.

Seit deinen Anfängen im Europacup hast du dich auf die Speed-Disziplinen konzentriert. War dies für dich eine logische und offensichtliche Wahl?  

Am Anfang habe ich alle vier Disziplinen trainiert, aber ich habe immer die Speed-Disziplinen bevorzugt, also war es eine leichte Entscheidung, mich auf Super-G und Abfahrt zu konzentrieren.

Was macht bei Super-G und Abfahrt den besonderen Reiz für dich aus?    

Ich liebe die Geschwindigkeit und es ist aufregend, sich bei jedem Lauf selbst zu überwinden.

Welche Disziplin magst Du lieber? Super-G oder Abfahrt?  

Schwer zu sagen, sowohl Super-G als auch der Abfahrtslauf machen super Spaß. Ich würde sagen, im Moment kommt es darauf an, wo ich bessere Ergebnisse erziele.

Du fährst die gleichen Disziplinen wie Lindsey Vonn, eine der besten Skifahrerinnen aller Zeiten. War die US-Amerikanerin ein Vorbild oder hast du eine andere Athletin die du bewundert hast.

In der Vergangenheit hatte ich zwei sehr große Vorbilder. Dies waren Michaela Dorfmeister und Bode Miller. Jetzt habe ich meine eigene Vorstellung und habe meinen eigenen Weg zum Erfolg gefunden. Aber ich werde immer noch von anderen Athleten inspiriert, auch von anderen Sportarten als dem Skirennsport. Man kann von anderen Sportlern viel lernen wenn es um die Vorbereitung auf einen Wettkampf, oder auch um die Regeneration geht.

Ist es für Dich eher motivierend oder frustrierend, mit einem so großen Namen wie Lindsey Vonn Rennen zu fahren?  

Es ist definitiv motivierend, gegen jemanden anzutreten, der so viele Siege errungen und so viel erreicht hat. Die Herausforderung, schneller als Lindsey zu fahren, ist sehr spannend und macht Spaß.

Stephanie Venier (Foto: Walter Schmid / Skiweltcup.TV)

Stephanie Venier (Foto: Walter Schmid / Skiweltcup.TV)

Zur WM 2017 in St.Moritz. Auch wenn du während der Saison bereits auf dem Podest standst, kam das Podium in der Abfahrt überraschend. War die WM-Abfahrts-Silbermedaille für dich auch eine Überraschung? 

Für mich war es eine kleine Überraschung. In den Tagen und Monaten vor St. Moritz war ich sehr zufrieden mit meinem Training und dem Verlauf des Skiweltcups, so dass ich wusste, dass ich auf dem Podium stehen könnte. Aber bei den Weltmeisterschaften geht jeder mit der gleichen Idee an den Start, sich eine Medaille zu holen, und viele Athleten haben das Potenzial dazu, also weiß man nie.

Kannst Du uns sagen was an diesem Tag besonders gut lief bei Dir?

Ich hatte mehr Selbstvertrauen als je zuvor in meiner Karriere. Ich wusste, dass ich schnell sein kann. Während des Rennens bemerkte ich, dass die Tore sehr schnell auf mich zukamen und die Sprünge weiter waren als im Training. Also wusste ich, dass ich ein sehr schnelles Rennen fuhr.

Und wie hast du deine Medaille gefeiert?  

Mit meiner Familie, Freunden und meinen Teamkolleginnen und Trainern. Alle waren an diesem Abend da, es war unglaublich. Und ich muss zugeben, dass die Party bis spät in die Nacht ging.

In dieser Saison kämpfst Du darum, wieder die Ergebnisse von 2016/17 zu erreichen. Was hat nach deiner Meinung in der letzten Saison gefehlt, um dich kontinuierlich innerhalb der Top-Speed-Rennläuferinnen einzureihen? 

Ich habe eine Weile gebraucht, um die Ergebnisse von 2016/17 zu verarbeiten. In dieser Saison war ich so erfolgreich wie nie zuvor und meine Leistungskurve zeigte nach oben. Aber als 2017/18 begann, war ich nicht da, wo ich sein wollte. Aber ich habe den Glauben nicht verloren und das Motto lautet: Es ist gut, einen Schritt zurück zu gehen, um Anlauf zunehmen damit man seine Ziele erreichen kann.

Was kannst Du aus dieser durchwachsenen Saison lernen?

Für mich persönlich war es eine sehr lehrreiche Saison. Man muss hart arbeiten, um Erfolg zu haben; es läuft nichts von alleine, auch wenn man in der Vergangenheit erfolgreich war. Auch wenn die Dinge nicht so laufen, wie man es sich wünscht, muss man intensiv weiterarbeiten.

Nächstes Jahr findet in Åre die Ski-Weltmeisterschaft 2019 statt. Deine Leistung im Super-G beim Finale in diesem Jahr war deine beste der Saison. Gefällt Dir der Kurs?  

Ja, ich mag die Strecke und den Schnee in Åre. Leider konnten wir beim Finale in der letzten Saison das Rennen nur auf verkürzter Strecke austragen, aber ich fühle mich auf dem Hang sehr wohl.

Mit welchen Erwartungen fährst Du zur SKI-WM 2019?

Mein Ziel ist es, eine weitere Medaille zu gewinnen. Aber ich bin mir sicher, dass es mir die anderen Mädchen nicht so leicht machen werden.

Was braucht es, um genau an diesem Tag in Bestform zu sein?  

An diesem Tag muss die Fitness, die mentale Stärke, die Vorbereitung der Skier, einfach alles zusammenpassen. Auch das Wetter kann das Rennen beeinflussen und natürlich braucht man am Tag X etwas Glück.

Es gibt auch einige neue spannende Orte im Ski-Weltcup-Kalender im nächsten Winter, mit Sotschi, Soldeu, aber auch St. Anton, deinem Heimrennen, wo Du deinen ersten Weltcup-Start hattest. Hast Du eine Lieblingsstrecke auf ? Wenn ja: warum? 

Garmisch-Partenkirchen ist eine meiner Lieblingsstrecken. Hier konnte ich meine erste Podiumsplatzierung feiern und ich mag es, wenn der Kurs technisch schwierig und anspruchsvoll ist. Die Kandahar hat alles.

Wie wichtig ist es, den Hang zu kennen?  

In den Speed-Disziplinen ist es entscheidend. Die Streckenführung ist jedes Jahr in der Abfahrt sehr ähnlich, daher ist es sehr wichtig, die wichtigsten Punkte der Strecke zu kennen.

Ist es für dich ein Vorteil, in St. Anton zu fahren?  

Ich weiß es nicht. Als ich das erste Mal in St. Anton fuhr, war ich mir nicht sicher, ob ich am Start lachen oder weinen sollte. Die Strecke ist sehr steil und der Schnee war sehr anspruchsvoll. In den Jahren danach habe ich gelernt, diesen Kurs zu lieben und freue mich darauf, wieder dort zu fahren. Wichtig für mich ist aber auch, dass alle meine Freunde und die Familie da sein werden und diese Unterstützung wird eine große Hilfe für mich sein.

 Quelle:  FIS-Ski.com 

Stephanie Venier  (Foto: Skiweltcup.TV / Walter Schmid)

Stephanie Venier (Foto: Skiweltcup.TV / Walter Schmid)

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