2 Februar 2020

Federica Brignone gewinnt Super-G in Sotschi/Rosa Khutor

Federica Brignone gewinnt Super-G in Sotschi/Rosa Khutor
Federica Brignone gewinnt Super-G in Sotschi/Rosa Khutor

Sotschi – Der Super-G der Damen in Sotschi/Rosa Khutor endete mit einem italienischen Doppelsieg. Die schnellste Zeit des Tages zauberte in einer Endzeit von 1,25.33 Sekunden Federica Brignone in den kaukasischen Schnee. Platz zwei sicherte sich ihre Teamkollegin Sofia Goggia (+0,20) gefolgt von der Schweizerin Joana Hählen (+0,34).

 

Federica Brignone: „Es war kein perfekter Lauf. Ich hatte im Flachen einen großen Fehler eingebaut. Im Zielhang habe ich noch einmal richtig Gas gegeben. Ich konnte das Selbstvertrauen und gute Gefühl aus Banko mitnehmen, und wusste dass ich schnell unterwegs sein kann. Auf den Gesamtweltcup schaue ich nicht. Mikaela ist einfach extrem stark, und sie hat noch die Slaloms wo sie immer gut punkten kann. Ich bin aber sehr stolz auf meine bisherige Saison. Sowohl im Super-G, Riesentorlauf als auch in der Abfahrt.

Sofia Gogiga: „Nach meiner Verletzung von Bansko, war die letzte Woche sehr schwierig für mich. Ich musste zurück nach Italien, um mich behandeln zu lassen. Mit meinem Ergebnis bin ich sehr glücklich, aber ich denke, ich bin nicht wirklich gut skigefahren.“

Joana Hählen: „Ich bin heute unglaublich glücklich mit dem dritten Platz. Jetzt kurz nach dem Abfahrtspodest, jetzt auch im Super-G auf dem Podium zu stehen ist unglaublich schön. Ich habe gelernt mich mehr auf meinen Instinkt zu verlassen und nicht nur die schöne Linie zu fahren. Was auch wichtig ist, dass ich jetzt befreit Skifahren kann.“

 

Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Kaum jemand hatte daran geglaubt, aber heute fand in Sotschi/Rosa Khutor wirklich ein Rennen statt. Nach den abgesagten Trainingsläufen am Mittwoch, Donnerstag und Freitag, sowie der Abfahrt am Samstag, konnte im Skigebiet Krasnaja Poljana am heutigen Sonntag ein Super-G ausgetragen werden. Dabei handelt es sich um die erste Ski Weltcup Veranstaltung, seit den Olympischen Winterspielen 2014, die in Rosa Khutor nicht abgesagt werden musste.

 

Ski Weltcup Daten und Fakten
4. Super-G der Damen in Rosa Khutor 2019/20

FIS-Startliste – Super-G der Damen in Rosa Khutor
FIS-Liveticker – Super-G der Damen in Rosa Khutor
FIS-Endstand – Super-G der Damen in Rosa Khutor

** Alle Daten werden sofort nach Eintreffen aktualisiert

 

Die Eidgenossin Corinne Suter (+0,42) verpasste den Sprung auf das Podest um acht Hundertstelsekunden und reihte sich hinter ihrer Teamkollegin und vor der besten Österreicherin Stephanie Venier (+0,55) auf dem fünften Platz ein. Hinter der Tiroler beendete Lara Gut-Behrami (+0,68) vom Swiss-Ski-Team ihren Arbeitstag auf Position sechs.

 

Stephanie Venier: „Mit der Startnummer 1 war es schwierig die ganze Sache einzuschätzen. Trotzdem war es für mich die richtige Entscheidung die Eins zu wählen. Ich habe versucht zu pushen, pushen, pushen, ohne Fehler wird hier wohl niemand ins Ziel kommen. Der Schnee ist etwas langsam und die Sicht ist auch nicht die beste. Hier muss man die Ski einfach laufen lassen.“

 

Die Olympiasiegerin von Sotschi 2014, Anna Veith (+0,69) aus Salzburg, schwang vor Viktoria Rebensburg (8.; + 0,87) auf dem siebten Platz ab. Die DSV-Rennläuferin, die in Lake Louise gewann, verspielte eine bessere Platzierung im Mittelteil der Strecke, wo sie nach einem Schlag die Ideallinie verlor. Die Top-10 komplettierten die Französin Romane Miradoli (+0,97) und die Tschechin Ester Ledecká (+1,24).

 

Anna Veith: „Ich merke dass es in gewissen Abschnitten immer besser wird. Ich finde immer mehr das Vertrauen den Ski laufen zu lassen. Im Mittelteil hat es mehr gedreht, da habe ich mich nicht so getraut. Unten runter, wo es wieder steil wird, hat es wieder gepasst.“

 

Nicole Schmidhofer (+1,41) aus Österreich, im fernen Jahr 2017 in St. Moritz Super-G-Weltmeisterin und wohl noch etwas gesundheitlich angeschlagen, verpasste um 17 Hundertstelsekunden einen Platz unter den besten Zehn des Klassements. Ihre Landsfrauen Nina Ortlieb (+1,52), Tamara Tippler (+2,64), Elisabeth Reisinger (+2,96) und Mirjam Puchner (+3,18) rissen teilweise sehr viel Zeit auf und schwangen auf den Rängen zwölf, 19, 21 und 23 ab.

 

Nicole Schmidhofer: „Ich bin heute nicht gut Skigefahren. Der Starthang war schon bescheiden, unten bin ich einfach nicht richtig gut am Ski gestanden. Dsa ‚zipft‘ mich schon an. Es war eine Mischung aus nicht gescheit drauf stehen und zu früh laufen lassen.“

Nina Ortlieb: „Ich hatte leider diesen Fehler bei meinem Lauf. Wenn die Piste perfekt gewesen wäre, dann hätte ich die Spur halten können. Wenn so Rippen sind, dann passieren solche Fehler. Es ärgert mich natürlich, denn auch in Bansko hatte ich schon einen dummen Fehler. Daran muss ich arbeiten.“

 

Die Schweizerin Jasmine Flury (+2,19) reihte sich auf Platz 15 ein. Ein gutes Ergebnis gelang der DSV-Starterin Veronique Hronek (+2,60), die hinter der Eidgenossin die 16. Position für sich beanspruchte. Ramona Siebenhofer und Christine Scheyer aus Österreich landeten beim heutigen Super-G im Westkaukasus nicht unter den Top-20 des Feldes und müssen noch um Weltcup Punkte zittern.

Für Tina Weirather hat sich die Reise nach Sotschi nicht gerechnet. Ihr blieb das Pech dieser Saison treu. Nach 20 Sekunden Fahrzeit fing sich die Liechtensteinerin einen Stein, und musste das Rennen vorzeitig beenden. Auch die Südtirolerin Nicol Delago schied nach einem Torfehler aus. Ihre Landsfrau Verena Gasslitter, die ÖSV-Athletin Michaela Heider und die Schweizerin Priska Nufer kamen auch nicht ins Ziel. Kira Weidle aus Deutschland verzichtete auf einen Start in Russland.

In der Super-G-Disziplinenwertung geht es sehr knapp zur Sache. Bedingt durch den heutigen Sieg hat die Italienerin Federica Brignone mit 216 Punkten den Platz an der Sonne inne. Corinne Suter aus der Schweiz liegt als Zweite 16 Zähler zurück. Die heute pausierende US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin verlor das rote Leibchen der Führenden und hat 30 Punkte Rückstand. Die Deutsche Viktoria Rebensburg teilt sich mit Brignones Teamkollegin Sofia Goggia den vierten Platz; das Duo hat 36 Zähler Rückstand. Und auch Lara Gut-Behrami aus der Schweiz, sie befindet sich mit 49 Zählern im Hintertreffen, hat auch noch rechnerische Chancen auf Kristall.

Der nächste Super-G der Damen findet bereits in einer Woche statt; Schauplatz des Geschehens ist Garmisch-Partenkirchen.

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Super-G-Zwischenstand nach 35 Rennläuferinnen

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