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Nina Ortlieb im Skiweltcup.TV-Interview: „Ich möchte ‚Danke, Papa!‘ sagen!“

Europacup-Gesamtsiegerin Nina Ortlieb (© HEAD/Millo MORAVSKI/AGENCE ZOOM)
Europacup-Gesamtsiegerin Nina Ortlieb (© HEAD/Millo MORAVSKI/AGENCE ZOOM)

Oberlech – Die Vorarlbergerin Nina Ortlieb hat den Skirennsport in ihrer DNA. Ihr Vater Patrick wurde in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts Abfahrtsolympiasieger und -weltmeister. Zum Auftakt unserer sommerlichen Interviewreihe erzählt die ÖSV-Athletin über ihr vergangenes, sehr erfolgreiches Europacupjahr, die möglicherweise andere Trainingseinstellung im Hinblick auf die Bewährungsprobe im Weltcup und ihr karrierebegleitendes Studium am Management Center in Innsbruck.

Skiweltcup.TV: Nina, der letzte Europacup-Winter 2017/18 war aus deiner Sicht mehr als nur erfolgreich. Könntest du deine persönlichen Höhepunkte (und auch Tiefschläge) mit eigenen Worten grob umreißen?

Nina Ortlieb: Wenn ich auf die letzte Europacup-Saison zurückblicke, war die letzte Saison wirklich erfolgreich. Ich bin vor allem froh, dass ich nach all den Verletzungen in den vergangen Jahren gesund und fit geblieben bin, denn nur so bin ich in der Lage, konstant gute Ergebnisse zu erzielen.

Als Höhepunkt würde ich die Europacup-Rennen in Crans-Montana und in Andorra nennen. Auch wenn ich an anderen Orten Rennen gewinnen konnte, hatten wir an den genannten Orten Speedbewerbe in beiden Disziplinen. Dort hatte ich die Möglichkeit viele Punkte für die Gesamtwertungen zu ergattern und verspürte somit auch die meiste Anspannung und den meisten Druck. Nach den durchaus gelungen Rennen war ich – trotz Nervosität – sehr erleichtert und zufrieden mit meinen Leistungen.

Als Dämpfer, aber nicht als wirklichen Tiefschlag, würde ich den Super-G in Zauchensee nennen, bei dem ich mir nach dem guten Abfahrtstraining und den vorherigen Rennen und Trainingsleistungen wesentlich mehr erwartet hätte und daher schon ein wenig enttäuscht war. Jedoch ist dies mit den Tiefschlägen der Vergangenheit, wie all die schweren Verletzungen, kein Grund zum Verzweifeln.

Trainiert man eigentlich anders, wenn man weiß, dass man jetzt fix im Weltcup mit von der Partie ist, oder bleiben Ehrgeiz, eiserne Disziplin und mentale Stärke gleich?

Bei den Vorbereitungen auf die nächste Wintersaison bleibt eigentlich alles gleich. Vielleicht kann man sogar noch zusätzliche Energie aus der Situation des Fixplatzes herausholen, da man sich weniger Gedanken um die kommende Einsatzplanung und Qualifikationen für Weltcup-Rennen machen muss.

Nina Ortlieb in Aktion (Foto: © HEAD/Agence Zoom)

Aus welchem Grund ist es nicht verkehrt, eine österreichische alpine Skigröße in der eigenen Familie zu haben? Dein Vater Patrick wurde bekanntlich Olympiasieger und Weltmeister. Ist er für dich Vorbild, Mentor und Förderer zugleich? Und spricht er beim Essen nur übers Skifahren?

Dank der sportlichen Karriere meines Papas werde ich von der Familie natürlich sehr unterstützt, und vor allem bringen alle viel Verständnis für meine Leidenschaft mit. Ich glaube, viele Situationen sind für „Nicht -Profisportler“ schwer verständlich. Da hilft das interne Wissen meines Papas sehr. Da ich mich nicht selbst an seine Erfolge erinnern kann, ist er vielleicht nicht mein größtes Vorbild – dieses ist Bode Miller – aber gewiss mein größter Förderer und Mentor. Er hat immer ein Ohr für mich und unterstützt mich, so gut er kann. Danke Papa!

Beim Abendessen und auch in unserem sonstigen Leben steht der Skisport nicht immer an primärer Stelle. Wenn es gerade mal eine Frage oder etwas zum Erzählen gibt, was den Skisport betrifft, bereden wir das aber auch mal beim Essen. Ansonsten gibt es reichlich andere Themen, über die wir uns gerne unterhalten.

Schaust du dir ab und zu als Motivationsspritze den Olympia-Abfahrtsgoldlauf deines Vaters aus dem Jahre 1992 an? Oder versuchst du, deinen eigenen Weg zu gehen?

Natürlich habe ich mir den Olympiagoldlauf meines Papas schon angesehen und freue mich natürlich auch im Nachhinein, dass er diesen großen Erfolg erzielt hat.

Gibt es vielleicht noch etwas, was du deinen Fans erzählen möchtest? Etwas, was dir wichtig ist?

Seit dem vergangenen Herbst bin ich nun auch Studentin. Ich mache einen Blended-Learning Studiengang am MCI (BWL am Management Center Innsbruck), der aus Präsenzphasen in Innsbruck und wöchentlichen Online-Vorlesungen besteht. Dies ermöglicht mir neben dem Spitzensport eine optimale Ausbildung.

Bericht und Interview für Skiweltcup.TV: Andreas Raffeiner

Nina Ortlieb im Skiweltcup.TV-Interview: „Ich möchte ‚Danke, Papa!‘ sagen!“ (Foto: Nina Ortlieb / privat)

 

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