19 Januar 2021

Vor 30 Jahren: Todessturz von Gernot Reinstadler wurde zum Weckruf für die Sicherheit

 

Vor 30 Jahren: Todessturz von Gernot Reinstadler wurde zum Weckruf für die Sicherheit
Vor 30 Jahren: Todessturz von Gernot Reinstadler wurde zum Weckruf für die Sicherheit

Wengen – Vor 30 Jahren verunglückte der damals 20-jährige österreichische Skirennläufer Gernot Reinstadler beim Qualifikationstraining für die Ski Weltcup Abfahrt in Wengen schwer. Damals durften nur die besten 30 am Rennen teilnehmen. Als der Tiroler mit der Startnummer 44 sichtlich energisch in den Probelauf ging, musste er sich im Vorfeld beinahe von seinem Teamkollegen Erwin Resch indirekt Vorwürfe gefallen lassen. So war Reinstadler beim Einfahren sehr risikoreich unterwegs. Aber Resch wollte sich nicht einmischen, weil man junge motivierte Athleten nicht in seinem Handeln und Tun einbremsen sollte.

Dann das Unfassbare: Nach fast zweieinhalb Minuten Fahrt, kurz vor dem Ziel-S ereignete sich die schlimmste und gleichzeitig unfassbarste Tragödie in der Historie der Lauberhornrennen. Reinstadler verkantet, knallt ins Netz, wo sich eine Spitze seiner langen Abfahrtslatten verfängt und wird fast zweigeteilt. Ein Beckenbruch, schwere Verletzungen im unterem Körperbereich und jede Menge Blutverlust… so die ersten Nachrichten, die durchsickern.

Im Medienzentrum von Wengen macht sich die hoffnungsvolle Kunde breit, dass der junge Skirennläufer außer Gefahr sei. Doch um 0.43 Uhr hört das tapfere Kämpferherz des ÖSV-Athleten auf zu schlagen. Die Kunst der Ärzte in Interlaken war vergebens; die Verletzungen erwiesen sich als zu schwer. Heute erinnert eine kleine Tafel an Reinstadler. Die Eltern des begabten Skirennläufers haben nie Vorwürfe gegen die Verantwortlichen in Wengen erhoben, auch kein juristisches Vorgehen in Betracht gezogen.

Denn das wäre nervenzehrend und bringt den Sohn auch nicht mehr zurück. Außerdem  ist die Mutter, selbst früher Skirennläuferin, oft mit ihrer Tochter Indra nach Wengen gereist. Als sie das erste Mal an der Unfallstelle stand, wusste sie gleich, dass Gernot vielen Skirennläufern das Leben rettete. Die Sicherheit hat sich seitdem schicksalsträchtigen 19. Januar vor 30 Jahren enorm verbessert. Es ist nur bitter, dass man erst diese Überlegungen anstellte, als ein und zielstrebiger Athlet sein noch junges Leben lassen musste.

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Verwandte Artikel:

Josef "Pepi" Ferstl im Skiweltcup.TV-Interview: „Ich muss meine Leistungen noch konstanter abrufen.“
Josef "Pepi" Ferstl im Skiweltcup.TV-Interview: „Ich muss meine Leistungen noch konstanter abrufen.“

Taching am See – Der deutsche Speedspezialist Pepi Ferstl schaut auf die vergangene Saison und beendete diese mit einem Sturz bei den Deutschen Meisterschaften. Dabei zog er sich einen Oberarmbruch zu. Er, der sich ab und zu mit seinem, früher im Ski Weltcup fahrenden Vater Sepp übers Skifahren austauscht, blickt zuversichtlich in die nahe Zukunft.… Josef „Pepi“ Ferstl im Skiweltcup.TV-Interview: „Ich muss meine Leistungen noch konstanter abrufen.“ weiterlesen

Aus der italienischen Gerüchteküche: Wechselt Henrik Kristoffersen zu Marcel Hirscher?
Aus der italienischen Gerüchteküche: Wechselt Henrik Kristoffersen zu Marcel Hirscher?

Lorenskog – Sollte dieser Vertragsabschluss wirklich zustande kommen, würde er wohl mehr als nur ein skisportliches Erdbeben auslösen. Die Rede ist von Henrik Kristoffersen. Der Norweger, der sich nach einem sehr starken Saisonfinale in einem sehr starken Teilnehmerfeld die kleine Slalomkristallkugel sicherte, ist sich nicht mehr sicher, ob er sein Arbeitsvertrag bei Rossignol verlängern soll.… Aus der italienischen Gerüchteküche: Wechselt Henrik Kristoffersen zu Marcel Hirscher? weiterlesen

Abfahrtsklassiker in Garmisch-Partenkirchen soll nun doch im Ski Weltcup Kalender bleiben
Abfahrtsklassiker in Garmisch-Partenkirchen soll nun doch im Ski Weltcup Kalender bleiben

Garmisch-Partenkirchen – Es ist klar, dass die Veranstalter in Garmisch-Partenkirchen aus allen Wolken fielen, als sie hörten, dass es im bevorstehenden WM-Winter keine Herren-Abfahrt auf der Kandahar geben würde. Nun scheinen diese gesichert zu sein, auch wenn der Kalender noch abzusegnen ist. Hinter der Austragung der Damenrennen könnte dessen ungeachtet ein Fragezeichen stehen. Schenkt man… Abfahrtsklassiker in Garmisch-Partenkirchen soll nun doch im Ski Weltcup Kalender bleiben weiterlesen

Ski Weltcup soll in der WM-Saison 2022/23 in vier US-Destinationen gastieren.
Ski Weltcup soll in der WM-Saison 2022/23 in vier US-Destinationen gastieren.

Oberhofen am Thunersee – Im kommenden Winter wird der Ski Weltcup an vier Destinationen in den USA Station machen. Neben den Einsätzen in Killington und Beaver Creek sollen auch Rennen in Palisades Tahoe und Aspen ausgetragen werden. Normalerweise bleibt der Skizirkus Ende Februar und Anfang März auf dem alten Kontinent. Aber der provisorische Kalender sieht… Ski Weltcup soll in der WM-Saison 2022/23 in vier US-Destinationen gastieren. weiterlesen

FIS-Kongress in Mailand: Kalender 2022/2023 - Startreihenfolge bei den Speed-Wettbewerben - Parallele Strafzeit
FIS-Kongress in Mailand: Kalender 2022/2023 - Startreihenfolge bei den Speed-Wettbewerben - Parallele Strafzeit

Am Freitag, den 13. Mai, trafen sich die Mitglieder des Alpin Komitees zu einer Online-Sitzung, um die wichtigsten Punkte zur Vorbereitung der nächsten Saison zu besprechen. Es wurden einige wichtige Themen besprochen und die Kalender für die nächste Saison vorgestellt. Kalender 2022/2023               Während der Sitzung des Unterkomitees wurden die Kalender für die Saison 2022/23 vorgestellt,… FIS-Kongress in Mailand: Kalender 2022/2023 – Startreihenfolge bei den Speed-Wettbewerben – Parallele Strafzeit weiterlesen