8 Mai 2020

Der Genesungsprozess von Domme Paris läuft nach Plan

Dominik Paris freut sich auf den Start in die Ski Weltcup Saison 2020/21 (Foto: © Erich Spiess/ASP/Red Bull Content Pool)
Dominik Paris freut sich auf den Start in die Ski Weltcup Saison 2020/21 (Foto: © Erich Spiess/ASP/Red Bull Content Pool)

Ulten – Der Südtiroler Skirennläufer Dominik Paris, der sich einige Tage vor dem Saisonhöhepunkt in Kitzbühel schwer verletzte und daher vorzeitig seinen Winter 2019/20 beenden musste, hofft inständig, sein sehr gutes Niveau von vorher zu erreichen. Er möchte Ende November in Nordamerika an den Start gehen und an die Spitze zurückkehren. Wenn alles nach Wunsch verläuft, fällt dort der Startschuss für die Speed-Asse ihren WM-Winter 2020/21.

Die Zeiten der Corona-Pandemie verlaufen recht abwechslungsreich. Paris ist vor kurzer Zeit zum zweiten Mal Vater geworden. Sein zweiter Sohn Lio hält die Familie, die neben Domme und Kristina auch aus Klein Nico besteht, auf Trab. Doch der Skirennläufer ist zufrieden. Er hat immer von einer Familie geträumt und versucht, seiner Lebensgefährtin zu helfen und sie auch in der Küche zu unterstützen. Des Weiteren verfügt er über das Glück, ohne Probleme viel schlafen zu können.

Der amtierende Super-G-Weltmeister kann alle erforderlichen Arbeiten in seinem persönlichen Fitnessstudio ausführen. Dem Knie geht es gut, und der Skirennläufer aus dem Ultental ist zuversichtlich, dass alles wie vorher wird. Der Kreuzbandriss war seine erste echte Verletzung, doch wenn man vertrauensvoll ist, will er an seinen alten Leistungen anknüpfen. So glaubt er kaum, dass er sowohl auf physischer als auch auf technischer Ebene viel einbüßen wird. Die Konkurrenten trainieren ja auch noch nicht.

Paris denkt an sein Weltcupdebüt im Dezember 2008 vor heimischer Kulisse in Gröden. Der heute 31-Jährige betrachtet den Super-G von damals als etwas Besonderes, zumal er auch sein Idol Hermann Maier bei der Pistenbesichtigung getroffen habe. Auch die Begegnungen mit Bode Miller, Didier Cuche und Michael Walchhofer sind ihm in Erinnerung geblieben. In der Zwischenzeit hat sich nicht nur das Material, sondern auch die Startreihenfolge geändert.

Um erfolgreich zu sein, muss man eine Mischung aus Erfahrung, Kontinuität und Fitness haben. Das ist das Rezept von Dominik Paris. Es ist auch wichtig, mit Stress umzugehen. Es ist nicht wie beim ersten Rennen, wenn man von nichts eine Ahnung hat und erst mit dem Lernen beginnt. Der Südtiroler erzählt auch, dass der Schweizer Beat Feuz der härteste Gegner für ihn sei. Seine Beständigkeit in den letzten beiden Jahren, die im Kampf um die kleine Kristallkugel von Entscheidung war, ist nicht zu übersehen. Vor dem Kampf mit dem Schweizer war Jahre lang der Wikinger Aksel Lund Svindal die Nummer 1.

Auf die langfristigen Ziele angesprochen, meint Paris, dass jedes einzelne Rennen – unabhängig vom Kontext – zählt. Er hofft auch, dass viele junge Leute im azurblauen Speedteam aufrücken, denn es kann sein, dass sein Körper nur noch vielleicht ein paar Jahre die Strapazen durchhält.

Er weiß auch, dass er nichts in seiner sportlichen Laufbahn zu bereuen hat. Ferner gibt der Ultner zu, dass er oft an seine kleinen Fehler gedacht hat, die ihm entscheidende Hundertstelsekunden gekostet haben. So lag er in der Abfahrt von Kitzbühel vor fünf Jahren lächerliche 0,02 Sekunden hinter dem Sieger Kjetil Jansrud aus Norwegen. Beim Super-G 2019, ebenfalls auf der „Streif“ ausgetragen, lag der 31-Jährige nur einen Wimpernschlag zurück. Er musste sich auch hier mit dem zweiten Platz, einhergehend mit der zweithöchsten Stufe des Podests, zufrieden geben.

In Bormio, bei seinem ersten Triumph auf der pickelharten „Stelvio“ schwang er ex aequo mit Hannes Reichelt als Erster ab. Und hinter dem erfolgreichen Duo schwangen mit Aksel Lund Svindal aus Norwegen und Reichelts ÖSV-Kollege Klaus Kröll zwei weitere Athleten auf den Rängen drei und vier ab, die nur um eine bzw. zwei Hundertsel zurücklagen.

Denkt Dominik Paris an die große Kristallkugel? Er sieht sie nicht als praktikablen Weg an, denn es ist schwer, dieses Ziel zu realisieren. Den Riesentorlauf als solchen kann man als nützliches Trainingsformat für den Super-G ansehen. Man wird immer schauen, ob es passt und wie das Ganze in den Kontext passt. Der Gesamtweltcup ist ein sehr entferntes Ziel, auch wenn im Vergleich zur vergangenen Saison es nicht immer so schien.

Auf alle Fälle freut sich der Südtiroler auf den bevorstehenden Winter. Noch kann niemand sagen ob der Weltcupkalender geändert werden muss. Es wird auf alle Fälle interessant, was in der vorolympischen Saison passieren wird. Immerhin will Paris auch seine WM-Goldene, gewonnen in Åre im Februar 2019, in Cortina d’Ampezzo vor heimischem Publikum erfolgreich verteidigen. Bis dahin sollte er fit und komplett genesen sein.

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Quelle: neveitalia.it

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