29 März 2022

Die Ski Weltcup Saison 2021/22 aus Swiss-Ski-Sicht

Alle jagen den Schweizer Marco Odermatt
Alle jagen den Schweizer Marco Odermatt

13 Einzel-Triumphe, neue Disziplinen-Podestfahrer und ein alles überstrahlender Gesamtweltcup-Sieg: Die Weltcup-Saison der Alpinen ist am Sonntag mit vielen Gründen zum Feiern zu Ende gegangen. Ein Blick zurück.

Zwölf – man kommt nicht drum herum, diese Zahl an den Beginn zu stellen. Ebenso viele Jahre musste die Skination Schweiz warten, bis sie wieder einen männlichen Gesamtweltcup-Sieger in ihren Reihen bejubeln durfte. Pünktlich auf die Saison des Rücktritts des bisher letzten Gewinners Carlo Janka hat Marco Odermatt nun seine Nachfolge angetreten. Mit dem 2. Platz in der Abfahrt beim Weltcup-Finale in Courchevel war der Nidwaldner auch rechnerisch nicht mehr einzuholen und setzte seiner enorm starken Saison damit die Krone auf.

Neben der grossen Kugel sicherte sich der Nidwaldner auch deren kleines Pendant für seine dominante Riesenslalom-Saison. Seine schlechteste Klassierung in diesem Winter war der 3. Platz in Kranjska Gora – eine schlichtweg unfassbare Bilanz. Insgesamt fuhr Odermatt in diesem Winter 16-mal auf ein Weltcup-Podest, davon siebenmal aufs oberste Treppchen. Er war der erste Schweizer, der in jedem Weltcup-Riesenslalom in einer Saison immer unter den besten drei zu finden war.

Während Odermatt also insbesondere im Verlauf der Saison beinahe schon in eine Podest-Routine gefunden hat, konnte Priska Nufer diese Saison zum ersten Mal ein Top-3-Resultat einfahren. In der zweiten Abfahrt von Crans-Montana erreichte die Obwaldnerin gleich ihren ersten Weltcup-Sieg. Sie ist in dieser Saison die einzige Athletin geblieben, die zum ersten Mal auf höchster Stufe aufs Podest steigen durfte. Mit Niels Hintermann in der Abfahrt, Gino Caviezel im Super-G sowie Marco Odermatt und Jasmine Flury in der Abfahrt fuhren derweil gleich drei Athleten und eine Athletin ihre ersten Podestplätze in der jeweiligen Disziplin heraus.

Übersicht Podestplätze

Marco Odermatt: 7x 1. Platz | 8x 2. Platz | 1x 3. Platz (Total 16 Podestplätze)
Lara Gut-Behrami: 2 | 2 | 1 (Total 5)
Beat Feuz: 1 | 1 | 5 (Total 7)
Corinne Suter: 1 | 1 | 1 (Total 3)
Niels Hintermann: 1 | 0 | 3 (Total 4)
Priska Nufer: 1 | 0 | 0 (Total 1)
Wendy Holdener: 0 | 1 | 1 (Total 2)
Loïc Meillard: 0 | 1 | 1 (Total 2)
Daniel Yule: 0 | 1 | 1 (Total 2)
Jasmine Flury: 0 | 1 | 0 (Total 1)
Joana Hählen : 0 | 1 | 0 (Total 1)
Michelle Gisin: 0 | 0 | 5 (Total 5)
Gino Caviezel: 0 | 0 | 1 (Total 1)

Gesamt: 13 | 17 | 20 (Total 50)

«Wir sind breiter aufgestellt als zuvor. Es gibt mehr Athletinnen und Athleten, die aufs Podest fahren. Das ist cool, denn vor der Saison dachte ich, dass bei den Frauen vieles von den Top vier (Lara Gut-Behrami, Michelle Gisin, Wendy Holdener und Corinne Suter) abhängt. Doch dann gewinnt plötzlich auch Priska Nufer in Crans-Montana, oder fahren Jasmine Flury und Joana Hählen unter die ersten drei. Bei den Männern ist es ähnlich, und bei ihnen gibt es natürlich noch das absolute Highlight: Wenn ein Schweizer den Gesamtweltcup gewinnen kann, dann ist das absolut grossartig. Unser Niveau ist als Team unverändert hoch», so Swiss-Ski Präsident Urs Lehmann.

Nicht weniger als 154 Top-Ten-Plätze (ohne Team Event) hat das Swiss-Ski Team in diesem Winter herausgefahren, wobei auch junge Athletinnen und Athleten zu überzeugen wussten. Ein Weltcup-Debütant des Winters war unter anderem Fadri Janutin. Der Bündner wurde im zweiten Slalom von Garmisch-Partenkirchen und damit bei seiner Premiere auf höchster Stufe 17. Wenige Wochen später holte er sich im Europacup einen Fixplatz für die Weltcup-Riesenslaloms des Winters 2022/23. Und zum Schluss der Saison stand er mit Andrea Ellenberger, Delphine Darbellay und Fadri Janutin zuoberst auf dem Podest des Team-Events am Weltcup-Finale.

10’667 zu 10’410 Punkte, so lautete am Ende das knappe Verdikt zugunsten Österreichs im Nationen-Cup. Interessant dabei ist, dass in der Saison 2021/22 für beide Topnationen jeweils 46 Athletinnen und Athleten punkteten. Bei den Siegen (14:8), Podestplätzen (51:44) und Rangierungen von 4 bis 10 (104:103) hat die Schweiz jeweils die Nase vorn.

Das Männer-Team, das mit 19 Punkten Rückstand zum Weltcup-Finale nach Courchevel und Méribel angereist war, konnte sein österreichisches Pendant mit einem starken Schlussspurt noch abfangen. Am Ende gaben 23 Punkte den Ausschlag zugunsten der Equipe von Cheftrainer Thomas Stauffer (5705:5682 Punkte). Swiss-Ski stellt damit zum dritten Mal in Folge das beste Männer-Team im Alpin-Weltcup.

Männer (37 Rennen): 9 Siege, 32 Podestplätze

Abfahrt (11 Rennen):  15 Podestplätze (2x 1. Rang / 5x 2. Rang / 8x 3. Rang)
Super-G (7 Rennen):  5 Podestplätze (2/2/1)
Riesenslalom (8 Rennen):  9 Podestplätze (5/2/2)
Slalom (10 Rennen):  3 Podestplätze (0/2/1)
Parallel (1 Rennen):  0 Podestplätze (0/0/0)

Frauen (37 Rennen): 4 Siege, 18 Podestplätze

Abfahrt (9 Rennen):  6 Podestplätze (3/2/1)
Super-G (9 Rennen):  6 Podestplätze (1/2/3)
Riesenslalom (9 Rennen):  2 Podestplätze (0/1/1)
Slalom (9 Rennen):  4 Podestplätze (0/1/3)
Parallel (1 Rennen):  0 Podestplätze (0/0/0)

Quelle:  www.Swiss-Ski.ch

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