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Henrik Kristoffersen feiert mit dem Sieg im 2. Slalom von Chamonix eine Wiederauferstehung

Henrik Kristoffersen gewinnt Slalom von Chamonix am Sonntag

Henrik Kristoffersen gewinnt Slalom von Chamonix am Sonntag

Chamonix – Der Norweger Henrik Kristoffersen hat vor der Ski-WM in Cortina d’Ampezzo gerade noch einmal die Kurve gekratzt. Der Wikinger, der vor Weihnachten in Madonna di Campiglio triumphierte und im weiteren Saisonverlauf sehr enttäuschte, benötigte für seinen 19. Erfolg bei einem Weltcupslalom im französischen Chamonix eine Zeit von 1.37,81 Minuten. Auf Rang zwei schwang der Eidgenosse Ramon Zenhäusern (+0,28) ab. Zenhäuserns Teamkollege Sandro Simonet (+0,66), zur Halbzeit nur auf Position 30 gelegen, knallte im Finaldurchgang die Bestzeit in den Schnee und machte sage und schreibe 27 Plätze gut. Somit ist auch für ihn ein WM-Ticket oder zumindest eine interne Qualifikation in greifbare Nähe gerückt.

 

Henrik Kristoffersen: „Ich denke, es war nicht zu schwierig. Die Bedingungen waren ganz okay. Es waren Spuren, aber der Druck war da vom Schnee. Mit einem Sieg hier bin ich heute sehr zufrieden. Die letzten vier, fünf Slaloms waren für mich schwierig von den Bedingungen. Ich habe im Moment kein Material, dass auf Eis funktioniert. Ich weiß, wenn es aggressiv ist oder weich, dann kann ich schnell fahren. Aber auf Eis habe ich meine Probleme. Wie es ausschaut, bin ich nicht so ein schlechter Skifahrern. Wenn das Material funktioniert, dann kann ich schnell fahren. Das Leben ist nicht schön, wenn man schlecht fährt. Wenn man schnell fährt, dann ist das Leben auch schön.“

 

Ski Weltcup Daten und Fakten zum
9. Slalom der Herren 2020/21 am Sonntag
Das Rennen am Samstag in Chamonix

FIS-Startliste 1. Durchgang – Start 09.30 Uhr
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Der Österreicher Adrian Pertl und der Franzose Victor Muffat-Jeandet (+je 1,03) teilten sich den vierten Rang. Auf Platz sechs klassierte sich mit Marco Schwarz (+1,28), dem Führenden in der Disziplinenwertung ein weiterer ÖSV-Athlet. Mit der 21. Zeit im zweiten Durchgang vergab er einen möglichen Sprung aufs Podest, nachdem er nach dem ersten Lauf noch auf Position drei lag. Sehr gut präsentierten sich die fast zeitgleichen, azurblauen Athleten Giuliano Razzoli (+1,29) und Manfred Mölgg (+1,31); sie bewiesen eindrucksvoll, dass mit ihnen immer zu rechnen ist und klassierten sich auf den Plätzen sieben und acht. Alexis Pinturault, zur Halbzeit noch auf Rang zwei gelegen, war am Ende etwas schwächer unterwegs und teilte sich achten den Rang mit dem routinierten Gadertaler.

 

Adrian Pertl: „Das hätte ich mir nie erwartet, dass es so weit vor geht. Ich persönlich freue mich sehr. Aber man muss ehrlich sagen: Ganz fair war es nicht. Die sind alle sehr gut gefahren. Ich hatte heute Glück und ich nehme den 4. Platz sehr gerne mit. In Sachen WM schaut es wieder ein bisserl anders aus. Aber das müssen die Trainer entscheiden. In einer Woche sehen wir, was rauskommt. Bei einer WM will man natürlich dabei sein.“

Marco Schwarz: „Ich muss es annehmen wie es ist. Es war eine brutale Lettn zum Fahren. Hut ab vor Kristoffersen, mit Nummer 30 da noch so runterzufahren. Ich freu mich brutal für den Adi Pertl. Wenn es so eine Lettn hat, muss man die Spuren treffen, teilweise ist mir das gut gelungen, aber teilweise ist mir der Außenski weggerutscht. Jetzt freu ich mich auf die WM. Die Woche werde ich noch ein bisserl Speed fahren gehen für die Kombination. Dann kann es bald losgehen.“

 

Der Schwede Kristoffer Jakobsen (+1,38) zeigte zwei konstante Läufe und vervollständigte die Top-10. Der Tiroler Manuel Feller büßte als Elfter des Klassements gerade einmal neun Hundertstelsekunden auf den Mann aus dem Drei-Kronen-Team ein. Für ihn war vielleicht das Ergebnis nicht so wichtig, viel eher freute er sich über den Umstand, endlich wieder einmal das Ziel erreicht zu haben. Das kann man auch vom aufstrebenden Südtiroler Alex Vinatzer (13.; +1,56) behaupten. Michael Matt (+1,62) vom Team Austria wurde mit Rang 16 belohnt.

 

Manuel Feller: „Ich glaub, dass es auf dieser Piste sehr, sehr schwierig ist. Der Ramon hat nochmal einen sehr guten Lauf gezeigt. Ich denke, dass er mit seiner Größe schon einen Vorteil hat bei solchen Bedingungen. Ich hab alles reingeworfen. Ich denke, dass ich mir mit dem Ergebnis Nummer 16 für den Riesentorlauf gesichert habe. Und die Top 7 sollte ich im Slalom auch abgesichert haben. Damit wären die Ziele für heute erreicht und wir könnten in den nächsten drei Rennen voll angreifen.“

 

Der Adler vom Arlberg reihte sich direkt vor dem Swiss-Ski-Athleten Luca Aerni (+1,64) ein, der 17. wurde. Der Eidgenosse, der nach dem ersten Lauf Vierter war und mit einem Sprung auf das Treppchen kalkulierte, zeigte im Gegensatz zu gestern eine komplett andere Fahrt. Am Samstag preschte er nach vorne, heute er durchgereicht. So landete er jedoch vor seinem kriselnden Mannschaftskollegen Daniel Yule (18.; +1,71). Die beiden Deutschen Sebastian Holzmann (+1,82) und Linus Straßer (+2,00) beendeten ihren Arbeitstag auf den Positionen 20 und 23. Der Schweizer Marc Rochat teilte sich mit dem Südtiroler Marc Rochat (+je 1,90) den 21. Rang.

Fabio Gstrein (+2,26) aus Österreich, nach dem ersten Durchgang sehr guter Fünfter, verpatzte seinen Finallauf und wurde am Ende nur 26. und Drittletzter. Mit dem Briten Dave Ryding und dem Russen Alexander Khoroshilov schieden zwei erfahrene und gleichermaßen routinierte Athleten aus. Der nächste Torlauf der Herren findet im Rahmen der Ski-Weltmeisterschaft in Cortina d’Ampezzo statt. Da geht es nicht um Weltcupzähler, das rote Trikot des Führenden in der Disziplinenwertung oder um eine kleine Kristallkugel, sondern um Gold, Silber und Bronze.

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

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