25 September 2019

Katharina „Kathi“ Huber im Skiweltcup.TV-Interview: „Um Mikaela Shiffrin zu schlagen, muss man über das Limit hinausgehen!“

Katharina „Kathi“ Huber im Skiweltcup.TV-Interview: „Um Mikaela Shiffrin zu schlagen, muss man über das Limit hinausgehen!“ (Foto: © Katharina Huber / Privat)
Katharina „Kathi“ Huber im Skiweltcup.TV-Interview: „Um Mikaela Shiffrin zu schlagen, muss man über das Limit hinausgehen!“ (Foto: © Katharina Huber / Privat)

St. Georgen am Reith – Die 1995 geborene Niederösterreicherin Kathi Huber ist eine Slalom- und Riesentorlaufspezialistin. Die ÖSV-Dame feierte 2015 ihr Ski Weltcup Debüt. Bei der Junioren-WM 2016 im russischen Sotschi überzeugte sie mit dem Gewinn der Bronzemedaille im Slalom. Nur die Deutsche Elisabeth Willibald und Teamkollegin Kathi Gallhuber waren schneller.

Überdies erreichte sie bei der diesjährigen Ski-WM in Åre den ausgezeichneten siebten Endrang. Im Interview mit Skiweltcup.TV spricht die Skirennläuferin über die Charakterzüge, um erfolgreich zu sein, die sozialen Medien, die sommerlichen Trainingseinheiten und vieles mehr.

Kathi, du bist eine sehr aufgeweckte und sehr sympathische junge Frau. Sind diese Charaktere wichtig, um im Skirennsport zu bestehen oder sind skibezogene Eigenschaften wie beispielsweise Talent, Ehrgeiz und Mut zum Risiko wichtiger, um die gesetzten Ziele schneller zu erreichen?

Für mich sind beide sehr wichtig. Einerseits muss man natürlich ehrgeizig sein, um seine Ziele 100-prozentig verfolgen zu können, andererseits fahre ich leidenschaftlich gerne Ski. Somit ist es mir auch sehr wichtig, dass neben dem harten Training und der Konzentration auf meine Ziele die Freude für den Skisport nicht verloren geht. Und es liegt generell in meiner Natur, dies auch zu zeigen.

Heutzutage wird man als Sportlerin überall verfolgt. Viele nutzen die sozialen Medien wie etwa Instagram, Twitter und Facebook, um mit ihren Fans in Verbindung zu stehen. Findest du soziale Medien als lästige Pflicht oder ist es schön, auf diese Weise sich austauschen zu können?

Ich finde prinzipiell die sozialen Medien nicht schlecht, da man dadurch seine Fans ein wenig übers ganze Jahr hinweg am „Alltag“ einer Skirennsportlerin teilhaben lassen kann. Aber auch emotionale Momente können geteilt werden. Und das verbindet am meisten.

Natürlich kann es schon einmal mühsam sein, aber trotzdem gehört es meiner Meinung nach zu unserem Beruf dazu, dass wir uns, auch für unsere Sponsoren, in den sozialen Medien zeigen. Der Umgang mit den sozialen Medien erfordert aber auch Disziplin, weil die Privatsphäre auch ein Stück weit geschützt bleiben muss. Daher ist manchmal ein bisschen weniger oft mehr.

„Kathi“ Huber: Aufgeweckt, sympathisch, zielstrebig, gesellig und sozial! (Foto: © Katharina Huber / privat)
„Kathi“ Huber: Aufgeweckt, sympathisch, zielstrebig, gesellig und sozial! (Foto: © Katharina Huber / privat)

Was können wir über deine bisherigen Sommertrainingseinheiten in Erfahrung bringen? Gibt es etwas, was dir besonders gefällt und etwas, was du lieber streichen würdest? Wo wart ihr überall und hast du dir schon die Skier angeschnallt?

Heuer habe ich mein Sommertraining zum größten Teil im Olympiazentrum Salzburg/Rif absolviert. Wir waren dort eine echt coole Gruppe, die sich gegenseitig super gepusht hat. Damit fällt die eine oder andere, anstrengende Einheit auch gleich leichter.

Rennradfahren und Tennis gehören sicher zu meinen bevorzugten Trainingseinheiten und bringen auch die notwendige Abwechslung. Meinen Ausdauerblock am Rad spulte ich heuer mit dem ÖSV-Technikerteam Mitte Mai in der Toskana ab. Zudem hatten wir noch einen Konditionskurs in Lienz, wo eher alternative Trainingseinheiten wie Downhill-Biken, River Standup-Paddling und Übungen am Klettersteig am Programm standen.

Neben den Konditionseinheiten konnte ich Mitte Juni Skieinheiten am Stilfser Joch und Ende Juli am Ende Mölltaler Gletscher absolvieren, ehe es Anfang August für drei Wochen nach Neuseeland zum ersten Skitrainingslager für die neue Saison ging.

In einem Interview meinte die US-amerikanische Überfliegerin Mikaela Shiffrin, dass sie keine Limits kenne. Ist diese Aussage etwas weltfremd oder heißt das im umgekehrten Sinn nur, dass die Gegnerinnen über ihre Limits gehen müssen, um ansatzweise eine Chance zu haben? Droht der Ski Weltcup der Damen aufgrund der Fähigkeit Shiffrins, in mehreren Disziplinen zu gewinnen, langweilig zu werden?

Wenn man mit Mikaela mithalten will, muss man mit Sicherheit am Limit sein bzw. auch darüber hinaus gehen können. Sie steht technisch sehr ausgereift am Ski. Verbunden mit ihrer Konstanz hat sie die Möglichkeit, in mehreren Disziplinen zu gewinnen. Diesbezüglich ist sie sicher eine Ausnahmeathletin.

Natürlich ist es auch mein Ziel, dass ich mich in allen Belangen so weiterentwickle, um mit ihr mithalten zu können. Risikobereitschaft und das Bewegen am Limit sind dazu Grundvoraussetzung.

Ich denke, dass jede Skirennläuferin hart daran arbeitet, um mit Mikaela mitzuhalten bzw. um ihr Paroli bieten zu können. Petra Vlhovà hat letzte Saison ja schon gezeigt, wie es geht. Somit denke ich nicht, dass der Damenweltcup zukünftig langweilig wird.

Wenn du eine Comicfigur wärest, wärest du… Bitte beschreibe die Eigenschaften und warum treffen diese auch auf dich zu?

Es fällt mir nicht wirklich eine Comicfigur ein, die meine Eigenschaften trifft. Aufgeweckt, sympathisch, zielstrebig, gesellig und sozial… Das sind so Eigenschaften, die so eine Figur haben müsste – aber wie gesagt, da fällt mir keine ein.

„Kathi“ Huber beim Sommertraining im Olympiazentrum Salzburg/Rif (Foto: © Katharina Huber / privat)
„Kathi“ Huber beim Sommertraining im Olympiazentrum Salzburg/Rif (Foto: © Katharina Huber / privat)

Bericht und Interview für Skiweltcup.TV: Andreas Raffeiner

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