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Skiweltcup.TV kurz nachgefragt: Heute mit Marc Digruber

Skiweltcup.TV kurz nachgefragt: Heute mit Marc Digruber (Foto: Marc Digruber / Instagram)

Skiweltcup.TV kurz nachgefragt: Heute mit Marc Digruber (Foto: Marc Digruber / Instagram)

Frankenfels – Der österreichische Skirennläufer Marc Digruber riss sich beim Torlauf in Chamonix das Kreuzband. Somit war für ihn die Ski Weltcup Saison 2019/20 früh beendet. Dennoch gibt der 32-jährige Niederösterreicher nicht auf. Im heutigen Skiweltcup.TV interview berichtet er über die derzeitige Zeit, die bedingt durch die Corona-Pandemie anders ist und seinen kleinen Noah Sohn als Triebfeder. Ebenfalls zur Aussprache kam die momentane Situation im ÖSV-Technikerteam ohne Leitwolf Marcel Hirscher.

Marc, für dich hat der Ski Weltcup Winter 2019/20 nach dem Slalom im französischen Chamonix ein schmerzhaftes Ende gefunden. Was ist genau passiert, wie geht es dir heute und was können wir über deinen Genesungsprozess in Erfahrung bringen? Hatte die Corona-Pandemie vielleicht den Vorteil, dass du in Ruhe daheim ein Aufbautraining durchführen kannst und sowieso nicht an das Skifahren denken möchtest?

Nicht ans Skifahren zu denken, geht eigentlich selten. Selbst während der Corona-Zeit und trotz der Verletzung habe ich eigentlich immer daran gedacht, weil es eben ein Teil von mir ist und ich schon am Tag meiner Verletzung in Chamonix wusste, dass es so nicht enden darf und dass ich mich wieder zurückkämpfen möchte.

Der Rennsport ist seit meiner Kindheit ein wesentlicher Teil von mir, den ich so schnell noch nicht aufgeben möchte. Daher war schon ab dem ersten Tag der Reha der Fokus wieder auf das Comeback gerichtet.

Das ÖSV-Technikteam war nach dem Karriereende von Marcel Hirscher rein von den Ergebnissen nicht so gut. Was waren die Gründe?

Im Nachhinein zu sagen, was man hätte verändern oder besser machen können, ist aktuell für mich nicht von Relevanz.

Für mich ist es wichtig, in die Zukunft zu schauen und mich demnach auf die kommende Wintersaison 2020/21 vorzubereiten, um wieder den Anschluss an die Spitzengruppe zu finden.

Ich denke nicht, dass sich jemand aus dem Team, unabhängig ob Athlet oder Trainer auf die Erfolge von Marcel ausgerastet hat – im Gegenteil es war gut, so ein Ausnahmetalent wie Marcel im Team zu haben, da alle von seinem Können profitieren konnten.

Ganz privat: Marc Digruber beim Spielen mit Sohn Noah (Foto: Marc Digruber / Instagram)

Ganz privat: Marc Digruber beim Spielen mit Sohn Noah (Foto: Marc Digruber / Instagram)

Ivica Kostelic sagte einmal, die Liebe zum Leben, zur Familie und zum Job ist die Kraft die Menschen bewegt. Inwiefern ist dein kleiner Sohn so etwas wie eine Antriebsfeder für dich, weiter zu kämpfen und alles dafür zu tun, wieder den Anschluss zu schaffen und mit Ehrgeiz und Disziplin erfolgreich zu sein?

Dem Leitsatz von Ivica kann ich etwas abgewinnen, denn eine Familie zu haben, die einem stärkt und Rückhalt bietet, ist etwas einmalig Schönes und für ein erfolgreiches Sportlerleben überaus wichtig und sogar unerlässlich. Meine Familie leistet einen wesentlichen Anteil; sie steht stets hinter mir, unterstützt mich in meinem Trainingsalltag und versucht mir so gut als möglich den Rücken frei zuhalten, um mich voll und ganz auf den Sport konzentrieren zu können.

Die Zeit zuhause mit meinem Sohn Noah und meiner Frau ist immer wunderschön und bietet die Chance, mich ausreichend zu erholen und mich auf die nächsten Herausforderungen vorzubereiten. Es ist mir wichtig, nicht nur für Noah, sondern auch für viele andere sportbegeisterte Kinder und Jugendliche ein Vorbild zu sein, um aufzuzeigen, dass man auch nach Verletzungen und Rückschlägen nicht aufgeben darf, sondern immer wieder versuchen soll, an seinen Träumen festzuhalten und auf sich selbst, sein Können und seine Stärken zu vertrauen.

Kann man sagen, dass die Teilnahme bei den Ski-Weltmeisterschaften in Cortina d’Ampezzo und bei den Olympischen Winterspielen in Peking zwei absolut anpeilbare und realistische Ziele sind?

Natürlich gibt es viele sportliche Ziele, an denen ich weiterhin festhalten möchte und so schnell noch nicht aufgeben möchte. Die Teilnahme an einem Großevent wie jenem der Weltmeisterschaft oder den Olympischen Spielen ist schon ein Ziel seit meiner Kindheit.

Kreuzbandriss in Chamonix: "So möchte ich nicht aufhoren.“

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Interview für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

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