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Swiss-Ski CEO Bernhard Aregger: „Swiss-Ski ist gerne bereit, in Wengen mehr Verantwortung zu übernehmen.“

Swiss-Ski CEO Bernhard Aregger: „Swiss-Ski ist gerne bereit, in Wengen mehr Verantwortung zu übernehmen.“

Swiss-Ski CEO Bernhard Aregger: „Swiss-Ski ist gerne bereit, in Wengen mehr Verantwortung zu übernehmen.“

Im Interview mit Swiss-Ski.ch äussert sich der Swiss-Ski CEO Bernhard Aregger über die aktuelle Situation rund um die Weltcuprennen am Lauberhorn. Der Luzerner betont die Bedeutung des Anlasses in Wengen und erklärt, warum es Swiss-Ski nicht möglich ist, auf die zusätzlichen finanziellen Forderungen einzugehen.

Bernhard Aregger, der Antrag von Swiss-Ski, die Weltcup-Rennen aus dem Long-Term-Kalender der FIS zu nehmen, sorgte bei den Schweizer Ski-Fans für Entsetzen. Haben Sie mit einem derart grossen Aufschrei gerechnet?

Bernhard Aregger: Natürlich ist uns bewusst, dass dieser Entscheid äusserst unpopulär ist. Aber es geht uns darum, Verantwortung zu übernehmen und Sicherheit für die Zukunft zu schaffen. Dass die Ski-Fans in der Schweiz enttäuscht sind, ist völlig nachvollziehbar. Das Thema weckt grosse Emotionen – und das ist letztlich ja auch gut so. Wenn es niemanden interessieren würde, stünde es nicht gut um den Schweizer Skisport.

Warum kann und will Swiss-Ski nicht auf die finanziellen Forderungen des OK Wengen eingehen?

Die Lauberhornrennen haben eine grosse Bedeutung für den Skisport hierzulande und weltweit. Aber der Schweizer Skisport umfasst viel, viel mehr als die drei Weltcup-Tage in Wengen. Wenn wir dem Wengener OK viel mehr zahlen müssen – zusätzlich rund 1 Million Franken pro Jahr –, dann bringt dies Kürzungen an anderen Stellen mit sich. Es müssten zum Beispiel grosse Abstriche beim Nachwuchs, also bei unserer Skisport-Zukunft, gemacht werden. Damit wir bei den Alpinen aber auch in den kommenden Jahren um Rang 1 in der Nationenwertung kämpfen können, müssen wir an unserer Basis investieren. Wir dürfen uns nicht auf den sportlichen Lorbeeren ausruhen. Wir werden beispielsweise schon auf die kommende Saison hin mehr Mittel auf der Stufe Europacup einsetzen, weil wir hier – abseits vom Weltcup-Glanz – Nachholbedarf sehen. Wir haben deshalb in den vergangenen Tagen auch Verständnis gespürt für unsere Haltung der Forderung aus Wengen gegenüber.

Eine Weltcup-Saison ohne die Rennen in Wengen ist gleichwohl schwer vorstellbar und wäre auch für Swiss-Ski ein Verlust.

Ein Januar ohne Lauberhornrennen will niemand. Wir sind uns des emotionalen Werts und der Bedeutung des Spektakels am Fusse von Eiger, Mönch und Jungfrau bewusst. Wir hoffen deshalb, mit den Veranstaltern eine Lösung finden zu können, damit die Durchführung des Anlasses auch in den kommenden Jahren möglich sein wird. Aber ich möchte gleichzeitig auch nochmals betonen, dass dies nicht um jeden Preis geschehen kann. Die Forderungen, die seitens Wengen in den letzten vier Jahren an uns herangetragen wurden, sind enorm. Und als das OK der Lauberhornrennen uns vor zwei Jahren beim Internationalen Sportgerichtshof CAS angeklagt hat, war das für den Austausch untereinander natürlich nicht förderlich. Wir müssen unsere rechtlichen Möglichkeiten prüfen. Mit dem Entscheid, die Lauberhornrennen mit dem Platzhalter SUI zu versehen, haben wir das Terrain neutralisiert und unser finanzielles Risiko verringert. Was in den vergangenen Tagen meines Erachtens zu wenig zum Ausdruck gekommen ist: Es handelt sich um einen Langzeitkalender der FIS, der zunächst mal provisorisch ist. Wir arbeiten weiterhin mit Hochdruck auf eine konstruktive Lösung hin – unser Ziel ist, die Lauberhornrennen langfristig zu sichern.

Wie geht es nun in dieser verworrenen Situation weiter?

Swiss-Ski ist immer gesprächsbereit gewesen – und ist es auch jetzt. Für uns ist es jedenfalls nicht akzeptabel, einfach die hohle Hand auszustrecken und mehr zu fordern. Es geht nun darum, eine gemeinsame Lösung zu finden.

Was fordert Swiss-Ski vom OK Wengen?

Zunächst hat Wengen selbst seine Hausaufgaben zu erledigen. Die Lauberhornrennen sind nicht mehr der gleiche Event wie in den Achtziger- oder Neunzigerjahren. In Sachen Vermarktung muss es vorwärts gehen, auch muss eine Kostenoptimierung stattfinden. Wir haben in der letzten vier Jahren allen Veranstaltern wesentlich mehr Geld gegeben. Wengen bekommt davon mit Abstand am meisten, das Rennen hat für uns eine Wichtigkeit. Wir sind gerne bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen und zusammen mit allen unseren Weltcup-Veranstaltern Optimierungen zu tätigen, um gemeinsam eine gesunde finanzielle Basis für die Schweizer Weltcuprennen zu schaffen. Für uns ist wichtig, dass sich Wengen in Zukunft ebenfalls an diesen Prozessen beteiligt.

Quelle: Swiss-Ski.ch

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