5 August 2019

Tamara „Tami“ Tippler im Skiweltcup.TV-Interview: „Ich lebe meinen Traum!“

Tamara „Tami“ Tippler im Skiweltcup.TV-Interview: „Ich lebe meinen Traum!“ (© Tamara Tippler / privat)
Tamara „Tami“ Tippler im Skiweltcup.TV-Interview: „Ich lebe meinen Traum!“ (© Tamara Tippler / privat)

Mautern – Heute steht uns die ÖSV-Speedlady Tami Tippler Rede und Antwort. Die ehrgeizige Skirennläuferin spricht über die Charaktere, die eine Ski Weltcup Athletin ausmachen. Des Weiteren geht es im Gespräch um einen Plan B, den sie im Falle einer Nichtkarriere als Skirennläuferin eingeschlagen hätte, aber auch um die Speeddisziplinen und vieles mehr.

Tami, auch wenn du noch jung bist, bestichst du durch einen besonnenen und ehrgeizigen Menschenschlag. Wieso sind diese Attribute bedeutend, um in der skifahrerischen Weltspitze anzukommen? Reichen diese Eigenschaften aus, oder müssen noch weitere aufgezählt und umrissen werden?

Vielen Dank für das Lob. Ich glaube, im Sport braucht man mehrere Attribute, um erfolgreich sein zu können. Ehrgeiz ist sicher einer der wichtigsten Eigenschaften, die man braucht, um seine Ziele zu erreichen, ganz egal ob im Sport, im Berufsleben oder auch im Privaten.

Aber Ehrgeiz alleine ist zu wenig. Schon als kleines Kind habe ich den Traum, einmal Skifahrerin zu werden geträumt. Aber dieser Traum, meine Lieblingsbeschäftigung, mein Hobby als Beruf ausüben zu können war nicht immer so traumhaft schön,

Dieser Traum hat neben Erfolgen und wunderschönen Stunden auch ebenso viele Misserfolge, Tränen, Verletzungen und Selbstzweifel mit sich gebracht.

Ich versuche zumindest auch, aus nicht so schönen Erfahrungen, zum Beispiel Ausfällen, Stürze und Niederlagen, Positives mitzunehmen, mich neu zu motivieren und mir immer wieder neue Ziele zu setzen. Und da hilft mir meine positive Lebenseinstellung, nicht das leider immer auch als typisch österreichisches Leiden zitierte Jammern, warum es nicht gehen könnte, sondern also positive Ziele formulieren, eisern daran festhalten, aber auch alles zu unternehmen, dass man diese erreichen kann.

Ganz entscheidend ist aber auch das Umfeld, angefangen von der Familie, über die Trainer und den Servicemann.

Seit Kindheitstagen dreht sich dein Leben  um den Skisport. Man kann auch sagen, dass du dein liebstes Hobby zum Beruf gemacht hast. Die junge Eidgenossin Luana Flütsch hat mir im Rahmen eines Interviews erzählt, dass es für sie nie einen Plan B gegeben hätte, was ihre Entscheidung für das Skifahren betrifft. Teilst du ihre These, und welche Sportarten hätten dich auf Leistungssportebene noch interessiert?

Eigentlich hätte es auch für mich keinen Plan B gegeben. Wie schon vorher erwähnt, wollte ich schon immer Skifahrerin werden. Ich habe alles unternommen, um dieses Ziel zu erreichen. Hätte es nicht geklappt, hätte sich ein anderer Weg aufgetan. Welcher? Polizistin. Seit zwei Jahren mache ich nebenbei die Polizeiausbildung, damit ich auch nach meiner aktiven Karriere einen sehr guten Job habe.

Tami Tippler: „In den Sommermonaten heißt es hart an der Fitness zu arbeiten, um im Winter Erfolge einfahren zu können.“ (© Tamara Tippler / privat)
Tami Tippler: „In den Sommermonaten heißt es hart an der Fitness zu arbeiten, um im Winter Erfolge einfahren zu können.“ (© Tamara Tippler / privat)

Du bist in den Speeddisziplinen sehr erfolgreich und auch hungrig. Aus welchem Grund und wann hast du dich für diese Disziplinen und gegen den Slalom oder den Riesentorlauf entschieden?

Ich liebe das Tempo und das Risiko und brauche auch den Adrenalinkick. Schon als junges Mädchen habe ich gewusst, dass ich in den schnellen Disziplinen landen werde, obwohl ich vor allem im Riesentorlauf in Schülerzeiten auch gut unterwegs gewesen bin. Aber zu meinen Leidenschaften zählte und zählt schon immer die Abfahrt und der Super-G.

Nun sind die sommerlichen Trainingseinheiten voll im Gange. Kannst du bitte einen Blick auf selbige werfen? Worauf legst du besonderen Wert, und mit welchen, jedoch fast schon obligatorischen Übungen kannst du persönlich nicht so viel anfangen?

Vorige Woche waren wir am Nassfeld auf einem Konditionskurs. Das heißt, dass wir sehr viel in der Natur unterwegs sind, um unsere Grundlagenausdauer und Kraft zu trainieren. Außerdem heißt es, in den Sommermonaten hart an der Fitness zu arbeiten, um im Winter Erfolge einfahren zu können. Viele Menschen sind ja nach wie vor überzeugt, dass wir Skifahrer nach dem Weltcupfinale die Skier in die Ecke stellen und dann bis Saisonstart Urlaub machen …

Die Wahrheit schaut aber ganz anders aus. Zwischen dem Ende der Weltcupsaison und den Beginn der neuen haben wir vielleicht zwei bis drei Wochen, in denen wir nicht ganz so viel trainieren, das heißt Zeit für uns haben, in der wir uns ein paar freie Tage gönnen. Aber erfolgreiche Skifahrer werden im Sommer gemacht. Dementsprechend ernst nehme ich das Kraft- und Konditionstraining.

Wer geduldiger ist, kann im Leben viel erreichen. findest du diese Phrase abgedroschen, oder kannst du sogar ihr etwas Positives abgewinnen? Kann man dieses inoffizielle Zitat auch auf den Skirennsport ummünzen, auch wenn in ihm die Devise „immer schneller, immer höher, immer weiter!“ Einzug gehalten hat?

Geduld heißt für mich, auch Ruhe finden, sich nicht unter Druck setzen und nichts erzwingen zu wollen. Daher ist Geduld eine Eigenschaft, die ebenso wichtig ist, um im Sport erfolgreich zu sein. Schneller, höher und weiter kann es nur gehen, wenn ich geduldig, aber wie schon zu Beginn gesagt, zielstrebig und motiviert an meinen Zielen arbeite.

Tamara Tippler wird Dritte beim Super-G in Cortina d'Ampezzo
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Bericht und Interview für Skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

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