7 Oktober 2020

Vor dem Saisonstart 2020/21: Die Krankenakten der Ski Weltcup Damen

 Vor dem Saisonstart 2020/21: Die Krankenakten der Ski Weltcup Damen
Vor dem Saisonstart 2020/21: Die Krankenakten der Ski Weltcup Damen

Sölden – In zwei Wochen steigt in Sölden das Ski Weltcup Opening mit je einem Riesentorlauf der Damen und der Herren. Auch wenn keine Fans zugelassen werden, hoffen nicht nur die Veranstalter auf spannende Rennen mit würdigen Siegern. Im letzten Jahr gewann die Neuseeländerin Alice Robinson ihr erstes Rennen. Mit gerade 17 Jahren düpierte sie die ganze Konkurrenz. Bei den Herren triumphierte der Franzose Alexis Pinturault. In der vergangenen Saison, die coronabedingt allzu früh abgebrochen und nicht mehr fortgesetzt wurde, verletzten sich gar einige Athletinnen und Athleten. Wir schauen einmal in die verschiedenen Krankenakten und informieren Sie, wie es den weiblichen Ski-Assen geht, die noch früher den Winter beenden mussten.

Die Schweizerin Wendy Holdener brach sich vor einigen Wochen beim Training in Saas-Fee den Wadenbeinkopf. Sie möchte gerne in Sölden wieder fahren. Ein Comeback wird sich vermutlich erst in Levi oder im Dezember ausgehen. Ebenfalls in Saas-Fee erwischte es mit Charlotte Chable Holdeners Teamkollegin. Die Athletin riss sich das rechte Kreuzband. Somit ist die WM-Saison schon zu Ende, bevor sie richtig begann. Spätestens im Olympiawinter 2021/22 will sie wieder konkurrenzfähig sein.

Die österreichische Athletin Elisabeth Reisinger riss sich das linke Kreuzband in Crans-Montana. Das war am 21. Februar der Fall; sie ist noch nicht ins Training zurückgekehrt. Ihre Mannschaftskollegin Christine Scheyer kam im Dezember 2018 im Ski Weltcup Super-G von Lake Louise zu Sturz. Dabei zog sie sich einen Innenmeniskus- und einen Kreuzbandriss zu. Dazu gesellte sich eine Impressionsfraktur des Oberschenkels. Da die Verletzung viele Probleme im Comeback-Winter verursachte, beendete Scheyer, am 20. Februar kurzerhand ihre Saison, nachdem sie über anhaltende Knieprobleme klagte. Anfang August stand die Vorarlbergerin wieder auf den Skiern.

Die Italienerin Sofia Goggia kam beim Super-G von Garmisch-Partenkirchen zu Sturz. Dabei sorgte ein Bruch des linken Armes für ein vorzeitiges Saisonende. Seit Ende Mai steht sie wieder auf den Brettern. Die Abfahrts-Olympiasiegerin des Jahres 2018 trainiert regelmäßig. Die Eidgenossin Nathalie Gröbli, die Anfang Dezember 24 Jahre alt wurde, verletzte sich ebenfalls in Bayern schwer. Nach drei chirurgischen Eingriffen begann sie im Juni mit leichten Trainingseinheiten auf dem Rad.

Die Tirolerin Ricarda Haaser stoppte ihren letzten Winter aufgrund eines Bandscheibenvorfalls. Nach mehr als sieben Monaten nahm sie das Skitraining wieder auf. Mit Aline Danioth wurde eine weitere Swiss-Ski-Dame von der Verletzungshexe heimgesucht. Beim Parallel-Rennen von Sestriere zog sie sich Mitte Januar einen Kreuzbandriss im rechten Knie zu. 200 Tage später – oder auch Anfang August – stand sie in Zermatt wieder auf den Brettern.

Für Marlene „Leni“ Schmotz landete der Ausflug nach Kroatien im Krankenhaus. Beim Slalom in Zagreb, der Anfang Januar 2020 über die Bühne ging, riss sie sich nach einer bis dato vielversprechenden Saison das vordere Kreuzband im rechten Knie. Im August wurde sie auf Skiern gesichtet, seit September ist die Deutsche wieder voll ins Training integriert. Ariane Rädler aus Vorarlberg verlor praktisch den ganzen letzten Winter, zumal sie sich beim ersten Zeittraining in Lake Louise zu Sturz kam und das Kreuzband im linken Knie riss. Anfang September 2020 nahm sie das Training wieder auf. Am Stilfser Joch schnallte sie sich wieder die Skier an.

Christina Ager, früher eine vielversprechende Slalomspezialistin und heute im Speedbereich unterwegs, verpasste nach einer Verletzung im März 2019 den letzten Winter komplett, zumal sie während eines Probelaufs in Copper Mountain im November des gleichen Jahres zu Sturz kam und die Bänder arg in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die hochgewachsene Frohnatur aus Tirol schnallte sich im Juli die Bretter wieder an und möchte durch ihr regelmäßiges Training bald wieder Rennluft schnuppern.

Ebenfalls in Copper Mountain kam die Italienerin Roberta Melesi zu Sturz. Dabei berichtete sie über ein Trauma im linken Knie und eine Kopfverletzung. Die azurblaue Athletin nahm im Juni wieder das Skitraining auf und trainiert mit ihren Begleiterinnen kontinuierlich, um bald wieder konkurrenzfähig zu sein. Pech hatte die Österreicherin Bernadette Schild. Während des zweiten Durchgangs des ersten Saisonrennens kam die Salzburgerin vor ziemlich genau einem Jahr in Sölden zu Sturz. Ein Kreuzbandriss sorgte dafür, dass die erst begonnene Saison 2019/20 vorzeitig zu Ende war. Acht Monate später meldete sie sich mit dem Skitraining wieder zurück.

Nastasia Noens aus Frankreich verletzte sich während einer Testfahrt in Ushuaia am rechten Sprunggelenk. Dabei brach sie sich auch das Schienbein. Zugetragen hatte sich das Ganze Ende September 2019. In der Zwischenzeit hat die 32-Jährige auch eine Corona-Erkrankung gut überstanden. Seit Anfang Juni nimmt sie regelmäßig an den Trainingseinheiten der Equipe Tricolore teil. Die Schwedin Lisa Hörnblad verletzte sich Ende August 2019 während einer Trainingseinheit am Kreuzband. Im Februar schnallt sie sich wieder die Skier an. Aufgrund anhaltender, sehr starken Schmerzen wurde sie im Juni nochmals operiert. Die Athletin des Drei-Kronen-Teams hat das Training noch nicht aufgenommen.

Hörnblads Mannschaftskollegin Charlotte Säfvenberg verletzte sich Mitte November 2019 schwer am vorderen Kreuzband. Nachdem sie die gesamte Saison 2019/20 aufgrund des chirurgischen Eingriffs und der folgenden Rehabilitation pausieren musste, nahm sie im September 2020 die Übungseinheiten wieder auf. Nicht zu beneiden ist Sabrina Maier. Die Österreicherin riss sich vor drei Jahren das Kreuzband, sodass sie den Winter 2017/18 auslassen musste. Kurz vor ihrem avisierten Comeback brach sie sich in Copper Mountain bei einem Probelauf Schien- und Wadenbein. Eine weitere Saison ohne Renneinsätze folgte. Seit Juli steht sie auf den Brettern. Nicht nur sie hofft, dass der Verletzungsspuk ein Ende hat.

Gabriela Capová verletzte sich Mitte Dezember in St. Moritz schwer. Dabei riss sich die Tschechin, die in den technischen Disziplinen zuhause ist, das vordere Kreuzband. Mitte Juli 2020 begann sie wieder mit freiem Skifahren. Nun ist sie wieder im regelmäßigen Einsatz. Noémie Kolly aus der Schweiz riss sich Ende August 2019 bei einer Probefahrt auf dem Gletscher von Saas-Fee das rechte Kreuzband. Sie biss die Zähne zusammen und musste die Folgesaison überspringen, ehe sie heuer im Juli nach über 300 Tagen skiloser Zeit wieder die Bretter anschnallte.

Stephanie Brunner verlor die letzten beiden Saisonen verletzungsbedingt. Obwohl sie seit August 2020 wieder auf den Skiern steht, ist sie zurecht der Meinung, dass die drei Verletzungen binnen 17 Monaten (März 2018, Januar 2019, August 2019) mal für eine lange Weile genug sind.

Elisabeth Kappaurer von der ÖSV-Delegation musste schon den ganzen Winter 2018/19 zu den Akten legen, weil sie sich im September 2018 verletzte. Ende August 2019 klopfte die Verletzungshexe in Argentinien abermals bei der leidgeprüften Athletin an und bescherte ihr einen Schien- und Wadenbeinbruch im rechten Bein sowie eine Abrissfraktur des linken Schienbeinkopfs zu. Die Reha-Phase war lang, die Zeit der Erholung auch. Auch wenn die Skirennläuferin nicht aufgibt, begann sie noch nicht mit dem Training.

Laura Flütsch vom Swiss-Ski-Team riss sich bei einem Sturz in Kanada das Kreuzband und das Seitenband im rechten Knie. Im März stand sie wieder auf den Skiern. Mit ihrem Trainingsfleiß wird sie bald wieder konkurrenzfähig sein. Ihre Teamkollegin Camille Rast konnte sich nicht lange über den Sieg, den sie sich im Rahmen der nationalen Meisterschaften im Riesenslalom gefeiert hatte, freuen. Einen Tag später riss sie sich das rechte Kreuzband. Nadchjdem sie die vergangenen Winter überspringen musste, ist sie seit der warmen Jahreszeit 2020 wieder im Trainingseinsatz.

Cornelia Hütter war in der letzten Saison nicht im Einsatz, da sie sich von einer Verletzung, die sie sich im Pyrenäen-Zwergstaat zuzog, erholen wollte. Nach drei Kreuzbandrissen will die Skirennläuferin 2021 wieder im Ski Weltcup mitmischen. Sie möchte einen Versuch jetzt im Oktober wagen und in der bevorstehenden Saison das heiß erwartete Comeback angehen. Und dann ist alles möglich. Des Weiteren ist für die Steirerin eine Aufgabe so schnell keine Option.

Ragnhild Mowinckel wollte beim Saisonkehraus in Soldeu im März 2019 alles, doch am Ende riss sie sich in Andorra das Kreuzband und verletzte den Meniskus im rechten Knie. Die Norwegerin begab sich ein zweites Mal unters Messer. Anfang Oktober 2019 schien das Comeback Konturen anzunehmen, ehe sie Ende November bei einem Trainingslauf abermals zu Sturz kam. Dabei riss sie sich erneut das Kreuzband; seit Ende August 2020 steht sie wieder auf den Skiern.

Valérie Grenier brach sich beim Probelauf von Åre im Februar sowohl das Schienbein als auch den rechten Knöchel. Nach einer langen Rehaphase und der Aufnahme des Trainings stand Mitte Juni eine weitere Operation auf dem Plan, da das Schienbein nicht gut heilte. Nachdem die Kanadierin die ganze Saison 2019/20 übersprang und langsam mit einem Skitraining wieder begann, befindet sie seit Sommer 2020, wenngleich auch langsam, wieder auf dem Weg zurück. Seit der gleichen Zeit trainiert die US-Amerikanerin Laurenne Ross wieder regelmäßig, nachdem ihr mehr oder weniger in Schweden das gleiche Malheur wie Grenier passierte. Nur erwischte es ihren Meniskus.

Federica Sosio stürzte in Garmisch-Partenkirchen im Jahr 2019. Dabei verletzte sie sich schwer am rechten Bein. Im August des gleichen Jahres stand sie wieder auf den Skiern und wollte bereit für ihr Comeback sein. Mitte Dezember musste sie sich eingestehen, dass das Unterfangen schwieriger als gedacht ist. Nach einer weiteren Operation zu Beginn des Jahres 2020 und der nicht erfolgten Nominierung für das italienische Nationalteam, kehrte sie im Juni zurück. Die azurblaue Athletin trainiert mit den Angehörigen der Heeressportgruppe.

Melanie Meillard riss sich bereits im Jahr 2018, wenige Tage vor ihrem ersten Olympiaeinsatz in Südkorea das linke Kreuzband. Dazu gesellte sich der Riss des äußeren Kreuzbandes. Im September 2018 begab sich die Schweizerin nach allen Sporttrainings und Reha-Phasen erneut unters Messer. Sie übersprang den Winter 2018/19 und stand im April 2019 wieder auf den Skiern. In der letzten Saison nahm sie an vier Rennen teil, ohne sich jedoch für das Finale der besten 30 zu qualifizieren oder zu Punkten im Weltcup zu kommen. Nach einem vorzeitigen Abbruch des Winters nimmt sie seit Sommer 2020 wieder am Training teil.

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Quelle: fantaski.it

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