26 Januar 2022

Linus Straßer gewinnt Ski Weltcup Nachtslalom von Schladming

Linus Straßer freut sich auf einen heißen Fight in Flachau
Linus Straßer freut sich auf einen heißen Fight in Flachau

Schladming – Als der zur Halbzeit auf Platz fünf gelegene deutsche Torlaufspezialst Linus Straßer beim heutigen Nachtslalom in Schladming seinen zweiten Durchgang bestritt, ahnte er noch nicht, dass seine Zeit von 1.46,00 Minuten von keinem mehr unterboten wird. So gewann er auf der Planai knapp vor dem jungen Norweger Atle Lie McGrath (+0,03) und dem von Position 28 im Stile eines Lucas Braathen in Wengen bis auf Platz drei vorpreschenden und von einer Coronaerkrankung bestens erholte Manuel Feller (+0,39) aus Österreich. Der Tiroler sorgte dafür, dass die im ersten Lauf schwer geschlagene ÖSV-Equipe mit einem blauen Auge davon kam.

 

Linus Strasser: „Kitzbühl hätte ich mir anders vorgestellt, umso schöner, dass es mir hier so aufgegangen ist. Der Podestplatz in Adelboden war sehr wichtig. Dann war Wengen ein Knackpunkt, weil ich da extrem gut gefahren bin, mich aber der Einfädler ausgebremst hat. Heute habe ich im 1. Durchgang schon gemerkt, dass es gut geht, dass dann der Sieg rausschaut, ist unglaublich.“

Atle Lie McGrath: „Was soll ich sagen. Die letzten Woche waren sehr schwer für mich. Wengen und Kitzbühel waren schlecht. Ich hatte heute eigentlich kein Selbstvertrauen. Der 1. Lauf war dann gut, der 2. Lauf war auch gut. Und dann war es ein Podestplatz. Lucas Braathen, mein guter Freund, war in Wengen und Kitzbühel stark, das war die beste Motivation für mich.“

Manuel Feller: „Vor dem Rennen wäre ein Top 15 das Ziel. Nach dem ersten Durchgang bin ich mit dem Rücken zur Wand gestanden. Ob ich zwei, drei Punkte mache oder keinen, war auch schon egal. Es ist brutal, ich fahre da runter fetzenblau. Aber ich habe gezeigt: Auch wenn ich nicht topfit bin, kann ich gut Skifahren. Mit den ganzen Umständen war das heute unglaublich schwierig.“

 

Daten und Fakten zum Slalom
der Herren in Schladming 2021/22

Startliste 1. Durchgang – Start 17.45 Uhr
Liveticker der Herren 1. Durchgang
Zwischenstand nach dem 1. Durchgang
Starliste 2. Durchgang – Start 20.45 Uhr
Liveticker der Herren 2. Durchgang
Endstand Slalom Herren Schladming

Gesamtweltcupstand der Herren 2020/21
Weltcupstand Slalom Herren 2021/22

Nationencup: Herrenwertung
Nationencup: Gesamtwertung

Alle Daten werden umgehend aktualisiert

 

 

McGraths Landsmann Henrik Kristoffersen (+0,42) verpasste als Vierter den Sprung aufs Podest nur um drei, der junge Südtiroler Alex Vinatzer als Fünfter bloß um vier Hundertstelsekunden. Der Wikinger Sebastian Foss-Solevåg, vor einem Jahr in Cortina d’Ampezzo Weltmeister im Slalom, wurde als drittbester seines Landes Sechster. Sein Rückstand auf Straßer betrug viereinhalb Zehntelsekunden. Der azurblaue Vertreter Tommaso Sala (+0,61) unterstrich seine gute und ansteigende Formkurve mit Platz sieben.

Die besten Zehn des heutigen Nachttorlaufs auf steirischem Schnee wurden vom routinierten Russen Aleskander Khoroshilov (8.; +0,62), der hier schon mal siegte, dem Franzosen Clemént Noël (9.; +0,63) und dem jungen Schweizer Tanguy Nef (10.; +0,64) komplettiert. Anhand dieser knappen Zeitabstände im Hundertstelsekundentakt kann man erkennen, dass auch dieser Slalom ein nicht alltäglicher war. Nefs Mannschaftskollegen Luca Aerni (+0,79), Daniel Yule (+1,20), Loic Meillard (+1,23), Ramon Zenhäusern (+1,45), Sandro Simonet (+1,51) und Marc Rochat (+2,11) schwangen – teils enttäuschend und weit unter den eigenen Ansprüchen zurückbleibend – auf den Positionen 13, 15, 16, 18, 21 und 25 ab.

Der Kärntner Marco Schwarz (+1,45) wurde nur auf Platz 17 geführt. Vor einigen Tagen gewann der Brite Dave Ryding noch in Kitzbühel; heute gab es für ihn den ernüchternden 20. Platz; sein Rückstand auf Straßer betrug fast genau anderthalb Sekunden. Die Südtiroler Manfred Mölgg (+1,54) und Simon Maurberger (+1,82) belegten die Ränge 22 und 24. Um noch einmal auf den kuriosen Charakter des Rennverlaufs zurückzukommen. Straßer ahnte wohl kaum, dass mit dem Schweden Kristoffer Jakobsen und dem Italiener Giuliano Razzoli die ersten beiden des ersten Laufs im Finaldurchgangs ausscheiden und ihm den Weg zum ersten Sieg in diesem Winter ebnen würden.

Marco Schwarz: „Ich versuche alles, das ganze Team versucht alles. Aber es geht nicht leicht von der Hand. Heute war der Druck ein bisserl von mir weg, aber ich habe es nicht ganz so umsetzen können, wie ich mir das vorgestellt habe.“

In der Disziplinenwertung hat Lucas Braathen aus Norwegen, heute nur auf Rang zwölf abschwingend, die Nase weiterhin vorn. Foss-Solevåg liegt auf Platz zwei, Feller auf Rang drei. Tagessieger Straßer, auch wenn er am Abend fuhr, teilt sich mit Yule die vierte Position. Nach dem arbeitsintensiven und kräftezehrenden Super-Januar können die Torläufer eine kleine Pause einlegen, um dann bei den Olympischen Winterspielen in China um Gold, Silber und Bronze kämpfen zu können. Es wäre im Sinne des Sports wohl auch keine Utopie, wenn auch dieses Rennen an Dramatik und Kuriositäten angereichert würde.

Der Herren Ski Weltcup Kalender der Saison 2021/22  

Der Damen Ski Weltcup Kalender der Saison 2021/22  

Rennbericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

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