17 April 2019

Ski-Rohdiamanten im Gespräch: Heute Anna Schillinger aus Deutschland

Ski-Rohdiamanten im Gespräch: Heute Anna Schillinger aus Deutschland
Ski-Rohdiamanten im Gespräch: Heute Anna Schillinger aus Deutschland (Foto: Anna Schillinger / privat)

Regensburg – Anna Schillinger ist eine junge Skirennläuferin, die nicht nur durch ihr charismatisches Lächeln, sondern auch durch ihr Talent und ihren Ehrgeiz positiv auffällt. Die bayerische Frohnatur wird im Sommer 18 Jahre alt. Ferner versteht die für den SWC Regensburg startende Athletin, gekonnt in allen Disziplinen ihr Können eindrucksvoll unter Beweis zu stellen. Der vierte Abfahrtsplatz bei der deutschen Meisterschaft 2019 soll keineswegs nur eine Eintagsfliege bleiben.

Anna, seit wann stehst du auf den Skiern? Sind deine Eltern auch schon Ski gefahren? Auch wenn du noch sehr jung bist, bitte ich dich, deinen bisherigen Karriereweg etwas zu skizzieren!

Seit meinem zweiten Lebensjahr stehe ich auf den Brettern. Damals bin ich mit meinen Eltern unterwegs frei gefahren. Relativ spät, also im Alter von acht Jahren, habe ich die ersten richtigen Rennen bestritten. Mein Vater fuhr früher auch viele Rennen, jedoch muss ich gestehen, dass er nicht auf dem Niveau, das ich mir bisher angeeignet habe, fuhr. Nach dem ich in der U14- und U16-Schülerklasse fuhr, wurde ich vor zwei Jahren in den DSV-Landeskader aufgenommen. Seit der letzten Saison fahre ich im Nachwuchskader 2 (D-/C-Kader, Anm. d. Red.). In Kürze werden die Entscheidungen für die nächstjährigen Kaderzusammenstellungen bekanntgegeben.

In welchen Disziplinen bist du unterwegs? Bist du eher eine Speedspezialistin oder widmest du dich den technischen Disziplinen? Bitte vertiefe ein bisschen deine Antwort!

Vor nicht allzu langer Zeit fuhr ich noch in der Schülerklasse. Damals widmete ich mich vorzugsweise den technischen Disziplinen, also dem Slalom und dem Riesentorlauf. In den vergangenen zwei Jahren hat sich das ein wenig geändert. So gehe ich jetzt auch gerne in den Speeddisziplinen an den Start. In der vor Kurzem stattgefundenen deutschen Meisterschaften konnte ich in der Abfahrt den sehr guten vierten Rang erzielen. Auch wenn ich nur eine Hundertstelsekunde hinter einem Podestplatz lag, war es eine tolle Leistung, auf die ich sehr stolz bin. Ich hoffe, dass ich weiterhin alle Disziplinen fahren kann.

Wie ist es allgemein um den deutschen alpinen Skinachwuchssport bestellt? Was kannst du uns über die Leistungsdichte anhand deines Jahrgangs erzählen und wie ist es, beispielsweise gegen ältere Konkurrentinnen bei FIS-Rennen zu fahren?

Der Jahrgang 2001 im Deutschen Skiverband ist gut besetzt. Wir sind viele starke Mädels. In den FIS-Rennen gehen wir auch gegen ältere Athletinnen an den Start. Das ist keinesfalls bloß eine Herausforderung, sondern auch ein guter Leitfaden für uns Jüngere. Man kann von den älteren Konkurrentinnen immer etwas abschauen.

Was machst du in der warmen Jahreszeit, wenn das Ski fahren nicht möglich ist und dir der Schnee unter dem Boden wegschmilzt? Magst du uns ein wenig über deine Hobbys und Übungseinheiten berichten?

Im Sommer steht natürlich viel Konditionstraining an. Am liebsten fahre ich mit meinem Vater Rennrad oder gehe mit meiner Familie wandern. Ich verschiebe grundsätzlich meine Trainingseinheiten, wenn es geht, allgemein ins Freie. Mit meinen Freunden gehe ich gern an den nahegelegenen See oder ins Freibad, um eine kleine Abkühlung zu genießen und mit ihnen meine Freizeit verbringen zu können. Die Familie ist für mich ein sehr wichtiger Rückzugsort, und aus diesem Grund verbringe ich meistens den Sonntag bei meiner Großmutter, wo wir uns alle treffen. Ein Urlaub mit meiner Familie darf natürlich auch nicht fehlen, nur variieren die Zielorte jahrein jahraus.

Bleibt das Fazit…

Meine Vision ist ganz klar, ganz vorne im alpinen Skirennsport mitzumischen. Diese Frage stellt sich fast nicht. So möchte ich mich eines Tages bei den Olympischen Winterspielen und im Weltcup gut präsentieren. Bis dahin ist der Weg noch weit, aber ich setze mir kleinere Zwischenziele. So will ich jetzt zum Beispiel in den C-Kader aufsteigen, die ersten Europacuprennen bestreiten und sehen, wie sich das Ganze – hoffentlich zum Positiven – entwickelt. Um meine Vorhaben zu erreichen, werde ich hart arbeiten. Denn ein Aufgeben ist an für sich für mich keine Option.

Interview und Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

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