2 November 2021

Über den Selbstfindungsprozess von Ilka Stuhec

Über den Selbstfindungsprozess von Ilka Stuhec
Über den Selbstfindungsprozess von Ilka Stuhec

Maribor/Marburg – Nach der letzten Saison nahm sich die slowenische Skirennläuferin Ilka Stuhec etwas mehr Zeit, um zur Ruhe zu kommen und wieder zu sich selbst zu finden. Sie wollte das Wesentliche, das Essentielle, die Sehnsucht wieder entdecken. Die frühere Abfahrtsweltmeisterin hat alle die nach ihrem Comeback aufgetretenen Probleme endgültig hinter sich lassen. Nun will sie zuversichtlich in die neue Saison gehen und es ist klar, dass die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen das große Ziel für die 1990 geborene Athletin ist.

Im letzten Winter sammelte die routinierte Speedspezialistin 161 Punkte. Das machte in der Endabrechnung Position 42. Mit dem Ergebnis war die Slowenin alles andere als zufrieden. Zudem landete sie in der Abfahrtswertung auf Rang 14; im Super-G sah sie sich nur auf Platz 40 wieder. Nach den ersten drei Rennen zählte sie noch zu den fünf besten Speeddamen. Nach einem vielversprechenden Saisonbeginn in Val d’Isère und St. Anton und den Positionen vier, sieben und sechs folgten die Plätze 37, 27 und 20 in Crans Montana und im Fassatal. Diese zuletzt angeführten Resultate kamen einer kalten Dusche gleich.

Im Hintergrund standen eine Sprunggelenksverletzung, ein schmerzvoller Auftritt im Kanton Wallis, ein verpasstes Rennen in Garmisch-Partenkirchen, Probleme in der WM-Vorbereitung, sodass eine potenzielle dritte WM-Abfahrtsgoldmedaille in Folge in weite Ferne rückte und schließlich auch verpasst wurde. Der Formeinbruch ging mit dem Verlust des Selbstvertrauens einher.

Auf diese Weise traf sie nach dem Ende der Saison eine wichtige Entscheidungen, so unter anderem eine dreimonatige Skitrainingspause. Dabei wollte sie wieder die Lust finden und dann neu durchstarten. Nach dieser schwächeren Saison gab es ein wenig Verstärkung im Team der Skirennläuferin. Neben Trainer Stefan Abplanalp ist nun ein weiterer Schweizer ins Kollektiv gestoßen. Sepp Lauber, der auch für die Eidgenossinnen Joana Hählen und Jasmine Flury tätig war, ersetzt nach drei Jahren Ales Sopotnik. Stuhec berichtet, das man eine Weile brauchte, um sich aneinander zu gewöhnen, aber alle wissen, warum man da ist und was die Aufgabe ist. Das Grundrezept ist denkbar einfach: So macht jeder, was er zu tun hat.

Vor dem Speedauftakt in Kanada trainiert Stuhec in Colorado. Dort sind die Arbeitsbedingungen viel besser als in Europa, wo es auf den Gletschern keine wirkliche Alternative zum Schneetraining gibt. Die Skirennläuferin berichtete, dass sie die sommerlichen Einheiten meist in Saas Fee verbrachte. Da die Bedingungen hier die besten sind, hat sich das Lager in der Schweiz zu einer Art Dauerpraxis entwickelt. Wie im vergangenen Jahr hat man auch heuer gelegentlich mit anderen Mannschaften gearbeitet. Desweiteren konzentrierte man sich vor allem auf die kleinen Dinge, bei denen noch Verbesserungspotenzial besteht. Ab Ende dieser Woche ist die 31-Jährige in den USA.

Wenn wir noch einmal auf die vergangene Saison blicken, so hatte die Speedspezialistin auch einige Probleme mit Verletzungen. Gott sei Dank gehören diese nun der Vergangenheit an. Die Verletzungs- und Knöchelprobleme aus dem letzten Winter sind längst behoben. Es ist toll, dass der Körper wieder so funktioniert, wie er soll. Jetzt muss die Slowenin alles, was sie im Training zuwege bringt, auf Rennniveau abrufen. Sollte ihr das gelingen, kommen die guten Resultate und gute Fahrten fast von alleine. Das alles kann in der Summe das etwas angeknackste Selbstvertrauen stärken.

In Lake Louise will sie sowohl bei den Abfahrten als auch beim Super-G gut in die Olympiasaison 2021/22 starten. Die slowenische Skirennläuferin erinnert sich gerne an den Ort in Kanada. 2016 hat sie binnen 24 Stunden zweimal gewonnen. Nach einer coronabedingten Auszeit im Jahr 2020 freuen sich alle Speedspezialistinnen, wieder in Lake Louise an den Start zu gehen.

Die Athletin aus Marburg will bei den Olympischen Winterspielen in China dabei sein und besser abschneiden als 2014, als sie im russischen Sotschi Zehnte in der Abfahrt wurde und im Super-G als 13. abschwang. Verletzungsbedingt war sie bei den Spielen im Zeichen der fünf Ringe, die vor fast vier Jahren im südkoreanischen Pyeongchang über die Bühne gingen, zum Zuschauen verbannt. Jetzt hofft sie, dass die Zeit reif ist, ihre olympischen Ergebnisse zu verbessern. Auch hofft sie, dass die Formkurve steil nach oben zeigt und sie perfekt vorbereitet im Februar 2022 im Reich der Mitte antreten kann. Es ist durchaus möglich, dass sie auch bei der Kombination mit von der Partie sein wird.

Der Herren Ski Weltcup Kalender der Saison 2021/22  

Der Damen Ski Weltcup Kalender der Saison 2021/22  

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Quellen: siol.net, 24ur.com

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