29 Juni 2018

Žan Kranjec im Skiweltcup.TV-Interview: „Jeder kann von Marcel Hirscher lernen!“

Žan Kranjec im Skiweltcup.TV-Interview: „Jeder kann von Marcel Hirscher lernen!“ (Foto:  Žan Kranjec / privat)
Žan Kranjec im Skiweltcup.TV-Interview: „Jeder kann von Marcel Hirscher lernen!“ (Foto: Žan Kranjec / privat)

Laibach – Der slowenische Skirennläufer Žan Kranjec ist 25 Jahre alt und debütierte 2010 im Europacup. Nach dem Gewinn des nationalen Riesenslalom-Juniorenmeistertitels 2011 durfte er erstmals im Weltcup Luft schnuppern. Bei den Junioren-Welttitelkämpfen 2012 freute sich Kranjec über jeweils eine Bronzemedaille in der Kombination und im Riesentorlauf.

Im Folgejahr gab es wieder zwei WM-Medaillen. Der Goldmedaille im Teambewerb folgte in Schladming die Bronzene im Riesentorlauf. In der Saison 2013/14 freute er sich über den Gewinn der Riesenslalom-Disziplinenwertung im Europacup. Im letzten Winter kletterte er als Dritter in Alta Badia/Hochabtei erstmals auf ein Weltcuppodest; und in Pyeongchang verpasste er im Februar 2018 als Vierter denkbar knapp eine Olympiamedaille.

Im Skiweltcup.TV-Interview spricht Kranjec über die neue Saison, seine Disziplinen, Marcel Hirscher und viel mehr.

Skiweltcup.TV: Žan, das slowenische Team schafft es immer wieder, punktuell Ausrufezeichen zu setzen und in skifahrerischer Hinsicht positiv zu überraschen. Aus welchem Grund wird die bevorstehende Saison mit dem Höhepunkt in Ǻre dein Winter?

Žan Kranjec: Ich bin froh, dass ich jedes Jahr Verbesserungen gezeigt habe und werde nun alles in die Wege leiten, damit es auch im nächsten Winter so bleibt. Ich denke, Ǻre wird einer der Höhepunkte der Saison sein und ich möchte mich nicht nur über Erfolge im Weltcup freuen.

Es gibt viele Skifahrer, die hart trainieren, und ich betrachte mich als einen von ihnen. So glaube ich, dass es sehr interessant werden kann. Ich freue mich darauf mich mit den Besten zu messen, und hoffe dass ich mehrmals einen Platz auf dem Podest erreichen kann.  

Seit Jahren verzweifelt die männliche Skiwelt an der Dominanz und an den Seriensiegen von Marcel Hirscher. Er fährt wie auf Schienen und scheidet kaum bis gar nie aus. Auch sammelt er Podestplatzierungen wie am Fließband. Glaubst du, wie Aksel Lund Svindal es ausdrückte, dass der Österreicher als Vater noch schneller sein wird?

Ich habe Glück, dass ich gleichzeitig mit Marcel Ski fahren kann. Jeder kann viel von ihm lernen. Seine Arbeitsmoral und Konzentration auf jedes Rennen ist bemerkenswert. Ähnlich verhält es sich mit der körperlichen und psychischen Vorbereitung. Ich hoffe, dass er im Skiweltcup bleibt. Damit kann ich mit ihm auf dem Podium stehen. Mein Hauptziel ist es nicht, ihn zu schlagen, sondern der bestmögliche Skifahrer zu werden. Wenn das bedeutet, ihn auch zu schlagen, wäre es großartig. Wenn ich ihm näher kommen kann, ist es auch toll.

Ich konzentriere mich auf mich selbst und meinen Fortschritt. Ich lerne viel von ihm, und ich glaube, dass bald alles, was ich gelernt habe, von Nutzen sein wird und ich mit ihm auf dem Treppchen stehen kann. Vielleicht hilft mir diese Inspiration einmal, dass ich eines Tages in meinem Leben zum ersten Mal auf dem Podest eine Stufe über Hirscher stehen kann.

Die schweißtreibende Arbeit im Sommer ........
Die schweißtreibende Arbeit im Sommer ……..

Du hast dich auf die technischen Disziplinen Slalom und Riesentorlauf spezialisiert. Hast du beide Disziplinen gleich lieb, oder bevorzugst du eine mehr?

Offensichtlich ist der Riesenslalom meine „Hauptdisziplin“. Aber auch in anderen Disziplinen gehe ich gerne an den Start. Manchmal ist es gut, wenn man die Umgebung ein wenig verändern und sich auf andere Besonderheiten konzentrieren kann.

Es ist das Gleiche, wenn man den ganzen Sommer über nicht auf dem Schnee trainiert. Es ist gut, für einige Zeit wegzugehen, denn danach wird man noch hungriger auf Schnee und Wettkampf. Genauso verhält es sich mit den Disziplinen. Wenn man nur eine trainiert, kann es anstrengend werden.

Was bedeutet der dritte Rang, den du im Dezember 2017 auf dem schwersten Riesenslalomhang  der Welt (auf der Gran Risa, Anm. d. Red.) für dich persönlich? Immerhin war es deine erste Podestplatzierung in einem Weltcuprennen, nachdem du diese mehrere Male knapp verpasst hast.

Es war natürlich eine meiner besten Erinnerungen. Ich schaue es mir manchmal noch an, um mich an das tolle Gefühl zu erinnern, welches ich während des Laufs hatte. Es ist auch eine Art Bestätigung, dass ich mit den Besten mithalten und auf dem Podium stehen kann.

Ich war mit meiner Saison insgesamt sehr zufrieden, zumal ich Konstanz gezeigt habe, auch wenn ich das Podium ein paar Mal knapp verfehlt habe, wie Sie sagten. Diese Konsequenz gibt mir Zuversicht. Der dritte Platz in Alta Badia gibt mir zusätzliche Motivation und weckt in mir noch mehr Lust.

Was machst du im Sommer, wenn die weiße Grundlage unter deinen Füßen schmilzt? Kannst du uns ein wenig über deine Trainingseinheiten und -destinationen berichten, ehe Ende Oktober am Rettenbachferner hoch ober Sölden die WM-Winter 2018/19 seine Tore öffnet?

Der Sommer ist eigentlich ein wichtiger Teil der Saison. Er gibt mir Zeit, das Erlebte zu verarbeiten,   ein wenig vom Schnee und der Konkurrenz wegzugehen und mich auf die nächsten Herausforderungen zu konzentrieren. Am Anfang liegt das Hauptaugenmerk auf der Konditionsarbeit und ich arbeite an den Dinge, die ich für ein fehlendes Teil meines Puzzles halte, sowie auf der Verbesserung meiner Stärken.

Der Plan sieht vor, dass wir nach Argentinien gehen und mit den Vorbereitungen auf Schnee zu beginnen. Zudem möchten wir vor der Saison auch in Europa trainieren und hoffen, dass alles zu unseren Gunsten läuft, so dass wir viel Arbeit in das Training stecken und gute Bedingungen nutzen können, um uns vor der Saison zu verbessern. Ich bin sicher, dass wir sehr gespannt auf den Saisonstart in Sölden sein können.

Bericht und Interview für Skiweltcup.TV: Andreas Raffeiner

....... soll sich in der WM-Saison 2018/19 für Žan Kranjec auszahlen (Fotos: Žan Kranjec / privat)
……. soll sich in der WM-Saison 2018/19 für Žan Kranjec auszahlen (Fotos: Žan Kranjec / privat)

Verwandte Artikel:

Marco Schwarz wird in der kommenden Saison vermehrt im Super-G zum Einsatz kommen
Marco Schwarz wird in der kommenden Saison vermehrt im Super-G zum Einsatz kommen

Radenthein – Der österreichische Ski Weltcup Rennläufer Marco Schwarz hat mit den Speed-Assen Matthias Mayer und Co. eine Vorbereitungswoche abgespult. Der Kärntner will das Gelernte unter Beweis stellen und vermehrt auch bei Super-G’s sein Können zeigen. In der vergangenen Saison erwies sich ein Einriss des Syndesmosebandes im linken Sprunggelenk lange als Hindernis. Erst zum Ende… Marco Schwarz wird in der kommenden Saison vermehrt im Super-G zum Einsatz kommen weiterlesen

Mikaela Shiffrin verzichtet auf einen Start bei den Abfahrten von Zermatt/Cervinia
Mikaela Shiffrin verzichtet auf einen Start bei den Abfahrten von Zermatt/Cervinia

Vail – Die US-amerikanische Skirennläuferin Mikaela Shiffrin, die in der letzten Saison den Gesamtweltcup für sich entschieden hat, wird im kommenden Winter ihr Hauptaugenmerk auf die technischen Disziplinen Slalom und Riesentorlauf richten. Da sie auch in den schnellen Disziplinen gearbeitet hat, wird sie die Abfahrten nicht ganz ausklammern. Sie konnte in Chile sehr gut trainieren.… Mikaela Shiffrin verzichtet auf einen Start bei den Abfahrten von Zermatt/Cervinia weiterlesen

Dominik Paris trainiert alleine, aber intensiv im Schnalstal
Dominik Paris trainiert alleine, aber intensiv im Schnalstal

Schnals – Nachdem der Südtiroler Ski Weltcup Rennläufer Dominik Paris lange Zeit im südargentinischen Ushuaia seine Trainingszelte aufschlug, ist er wieder heimgekehrt. Aktuell spult er im Schnalstal ein mehrtägiges Einzeltraining ab. Mit dabei sind auch Max Carca, Alberto Ghidoni und Michael Gufler. Vor kurzer Zeit verweilte er mit seinem langjährigen Weggefährten und Freund Aksel Lund… Dominik Paris trainiert alleine, aber intensiv im Schnalstal weiterlesen

FISI Wintersportler/in des Jahres: Sofia Goggia und Federica Brignone in der Endrunde. (Foto: © Archivio FISI/ Pentaphoto/Marco Trovati)
FISI Wintersportler/in des Jahres: Sofia Goggia und Federica Brignone in der Endrunde. (Foto: © Archivio FISI/ Pentaphoto/Marco Trovati)

Mailand – Aus ursprünglich zwölf Wintersport-Assen Italiens sind bei der Wahl zur Wintersportler/inn nur noch drei Anwärter/innen übrig geblieben. Federica Brignone, Sofia Goggia und Michele Bosacci rittern um die Gunst der Wählerschaft und wollen am Ende zum (zur) FISI-Wintersportler(in) des Jahres gekürt werden. Michele Bosacci ist ein sehr mutiger und couragierter Skibergsteiger. Sollte er die… FISI Wintersportler/in des Jahres: Sofia Goggia und Federica Brignone in der Endrunde. weiterlesen

Crans-Montana: Neue Zielstadions für die Ski-WM 2027 - Nachtslalom im Januar ist abgesagt
Crans-Montana: Neue Zielstadions für die Ski-WM 2027 - Nachtslalom im Januar ist abgesagt

Crans-Montana empfing am Mittwochabend ein ausserordentlich positives Signal! Die Versammlung der Delegierten der Association des Communes de Crans-Montana (ACCM) sagte klar Ja zum Verpflichtungskredit betreffend Neubau des Zielstadions im Hinblick auf die Ski-Weltmeisterschaften 2027. Der Kredit, der sich auf 14,490 Millionen Franken beläuft, wurde einstimmig gutgeheissen, was bedeutet, dass die Gemeinden von Crans-Montana, Icogne und… Crans-Montana: Neues Zielstadion für die Ski-WM 2027 – Nachtslalom im Januar ist abgesagt weiterlesen