14 Januar 2022

Swiss-Ski News: Carlo Janka beendet seine erfolgreiche Karriere in Wengen

Nach Wengen hängt Carlo Janka seine Skier an den Nagel (Foto: © Gerwig Löffelholz)
Nach Wengen hängt Carlo Janka seine Skier an den Nagel (Foto: © Gerwig Löffelholz)

Einer der erfolgreichsten Schweizer Alpinen tritt ab: Carlo Janka beendet aus gesundheitlichen Gründen seine Karriere und wird am Samstag anlässlich der Lauberhorn-Abfahrt zum letzten Mal bei einem Weltcup-Rennen am Start stehen.

Carlo Jankas Abschied als aktiver Skirennsportler erfolgt an jenem Ort, wo er im Weltcup besonders erfolgreich war: In Wengen. Hier siegte er dreimal, nirgendwo stand er öfters zuoberst auf dem Podium. 2010, in seiner erfolgreichsten Saison überhaupt, triumphierte der Obersaxer bei der Lauberhorn-Abfahrt, zweimal entschied er auch die Kombination in Wengen für sich (2009, 2015).

Neben Pirmin Zurbriggen ist Janka der einzige Schweizer, der bei den Männern das «Ski-Triple» aus Olympiasieg (2010 im Riesenslalom), Weltmeistertitel (2009 im Riesenslalom) und Gesamtweltcupsieg (2010) erringen konnte. Der heute 35-Jährige, der auch eine kleine Weltcup-Kristallkugeln für den Sieg in der Kombinations-Wertung 2009 in seinem Besitz hat, feierte insgesamt elf Weltcupsiege in vier verschiedenen Disziplinen; 28-mal schaffte es der zweimalige WM-Medaillengewinner – 2009 liess er sich auch Bronze in der Abfahrt umhängen – im Weltcup auf das Podest. Auf dem Weg zum Sieg im Gesamtweltcup in der Saison 2009/10, in deren Nachgang er von der Internationalen Vereinigung der Ski-Journalisten (AIJS) mit dem Skieur d’Or ausgezeichnet wurde, gelang Janka Anfang Dezember 2009 in Beaver Creek Herausragendes. Er siegte an drei aufeinanderfolgenden Tagen sowohl in der Super-Kombination, in der Abfahrt als auch im Riesenslalom. Vor ihm war dies nur dem Franzosen Jean-Claude Killy (1967) gelungen.

Aufgrund verschiedener Verletzungen und gesundheitlicher Probleme errang Janka acht seiner elf Weltcupsiege bis und mit der Saison 2009/10. Im Dezember 2010 wurde bekannt, dass er damals unter Herzrhythmusstörungen litt, was eine Einschränkung seiner maximalen Leistungs- und Erholungsfähigkeit zur Folge hatte. Im Februar 2011 unterzog sich Janka wegen zunehmender Symptome einem Eingriff am Herzen. Nur zehn Tage nach jener Operation feierte der Bündner im Weltcup-Riesenslalom von Kranjska Gora ein fast unglaublich anmutendes Comeback: Er errang an jenem Ort, wo er kurz vor Weihnachten 2005 sein Weltcup-Debüt gegeben hatte, den ersten Saisonsieg.

In den Saisons danach mach(t)en ihm bis heute immer wieder auftretende Rückenbeschwerden zu schaffen. Einen weiteren grossen gesundheitlichen Rückschlag erlitt Janka kurz vor Beginn der Saison 2017/18, als er beim Riesenslalom-Training auf der Diavolezza einen Kreuzbandriss im rechten Knie erlitt, den er konservativ behandeln liess.

Am Freitag und Samstag wird der «Iceman» anlässlich der Abfahrten am Lauberhorn nun letztmals als Weltcup-Fahrer am Start stehen. Nach dannzumal 287 Starts auf höchster Stufe darf er auf eine bewegte Karriere mit vielen Höhen und Tiefen zurückblicken. Aufgrund seiner zahlreichen Erfolge ist ihm ein Eintrag in die Ski-Geschichtsbücher gewiss.

Swiss-Ski
Zoé Chastan
Kommunikationsverantwortliche &
Teamsupport Ski Alpin Männer

 

Wengen – Wenn am Montag die Lauberhornrennen des Jahres 2022 vorbei sind, ist auch ein Skirennläufer nicht mehr im Weltcupzirkus mit dabei. Der 35-jährige Carlo Janka beendet nach seinen Einsätzen im Berner Oberland seine 17-jährige Karriere und erklärt offiziell seinen Rücktritt vom aktiven Rennsport. Der Sieger des Gesamtweltcups 2009/10, Riesentorlauf-Weltmeister im fernen Jahr 2009 und in der gleichen Disziplin im Folgejahr Olympiasieger, hört auf seinen Körper und wird inmitten der Olympiasaison 2021/22 aufhören.

Der routinierte Skirennläufer war schon 19-mal in Wengen am Start. Im Gebiet von Eiger, Mönch und Jungfrau will der zweifache Vater nochmals alles geben. Bei seiner Premiere im Jahr 2009 kam der Eidgenosse in der Super-Kombi zum Erfolg. Überhaupt fand sich der Schweizer hier immer gut zurecht, wie acht Top-3-Platzierungen eindrucksvoll bestätigen. Seine erfolgreiche Karriere war aber auch durch zahlreiche Rück- bzw. Tiefschläge gekennzeichnet. So bestritt er in der Olympiasaison 2017/18 kein Rennen. Nur in der Kombination im Zeichen der fünf Ringe im südkoreanischen Pyeongchang schwang er als 15. ab.

Im Dezember 2019 und März 2020 fuhr er nochmals zweimal aufs Abfahrtspodest. Das war mit den dritten Plätzen im kanadischen Lake Louise und im norwegischen Kvitfjell der Fall. Selbst wenn der Rücken schmerzte, zeigte er bei den vergangenen Ski-Weltmeisterschaften in Cortina d’Ampezzo mit dem neunten Rang in der Königsdisziplin noch einmal sein Können. Eine Infizierung mit dem Coronavirus sorgte dafür, dass der „Iceman“ nicht termingerecht in den laufenden Winter einsteigen konnte.  Der Comebackversuch in Bormio scheiterte und das Wochenende in Wengen hätte eine Empfehlung für seine vierte Olympiateilnahme darstellen sollen.

Doch eins ist klar: Auch wenn für viele der Rücktritt inmitten des Winters überraschend kommt, müssen wir Carlo Janka für die schönen Stunden, die er uns Berichterstattern und Fans bereitet hat, danken. Er kann nun ohne Last und vor allem befreit fahren. Es wäre zu schön, wenn er bei den letzten Kämpfen um Hundertselsekunden noch einmal eine schöne Platzierung erreichen könnte. Der letzte Schweizer Sieger der großen Kristallkugel wird uns fehlen, auch wenn mit Marco Odermatt schon ein Nachfolger so gut wie sicher gefunden wurde.

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

 

Der Herren Ski Weltcup Kalender der Saison 2021/22  

Der Damen Ski Weltcup Kalender der Saison 2021/22  

 

 

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