22 April 2019

Dominik Schranz siegt beim Weissen Rausch 2019

Der Tiroler Dominik Schranz siegte bei der 22. Auflage des Kultrennens "Der Weisse Rausch". (© Säly Photography)
Der Tiroler Dominik Schranz siegte bei der 22. Auflage des Kultrennens „Der Weisse Rausch“. (© Säly Photography)

Am Ostersonntag stand in St. Anton am Arlberg das Kultrennen „Der Weisse Rausch“ auf dem Programm. Der Österreicher Dominik Schranz, der sich im letzten Jahr mit dem dritten Platz geschlagen geben musste, konnte bei der 22. Auflage den Sieg für sich entscheiden. Die deutsche Lilly Reik – letztes Jahr Zweitplatzierte – siegte bei den Damen.

Statt Osternestern suchten die Teilnehmer des Kultrennens „Der Weisse Rausch“ am Sonntag, den 21. April 2019, dieses Jahr ihre persönliche Bestzeit am Arlberg. 555 draufgängerische Athleten aus 19 Nationen ließen sich die verrückte Veranstaltung, die seit 22 Jahren in St. Anton am Arlberg stattfindet, nicht entgehen. Die neun Kilometer lange Abfahrt wird nicht nur aufgrund ihrer Länge, sondern auch wegen der äußerst schwierigen Pistenverhältnisse am späten Nachmittag gefürchtet. Das Wetter war wie bestellt. Bei Sonnenschein und Frühlingstemperaturen positionierten sich die Wintersportler mit ihren Skiern und Snowboards am Vallugagrat auf 2.600 Höhenmeter. Kurz vor dem Startschuss herrschte wie alle Jahre absolute Stille und eine fast greifbare Anspannung unter den Athleten, die sich in drei Gruppen per Massenstart um 17 Uhr ins Abenteuer stürzten. Nach nur wenigen Metern folgte mit dem Schmerzensberg bereits die erste Schlüsselstelle im Rennverlauf. Die Spitzenreiter bewältigten den Anstieg von 37 Höhenmeter im Skating-Stil, alle anderen kämpften sich zu Fuß nach oben. „Wer sich hier zu sehr verausgabt, hat nicht ausreichend Kraft, um die restliche Strecke auf sulzigem Schnee zu meistern“, so Martin Ebster, Direktor des Tourismusverbandes St. Anton am Arlberg.

Schranz kämpft sich an die Spitze

Unbeeindruckt vom Aufstieg zeigte sich Dominik Schranz, der sich einen fulminanten Vorsprung auf seine Kontrahenten erkämpfte. Der Tiroler führte bereits im letzten Jahr, wurde damals aber kurz vor dem Ziel überholt und musste sich letztendlich mit dem dritten Platz geschlagen geben. Dass diese Niederlage den Kampfgeist bei der diesjährigen Auflage erst recht entfachte, zeigte Schranz auf der gesamten Strecke. Furchtlos lenkte er seine Skier auf der Kandahar im wahrsten Sinne des Wortes über das Mienenfeld aus Buckeln und steuerte im Alleingang in Richtung Tal. Die Hindernisse, die am Ende der Strecke auf die Athleten warten, wurden dem Favoriten beinahe wieder zum Verhängnis. Beim Überqueren der aufgeschütteten Schneehügel bekam er Konkurrenz von Peter Rudigier. Die beiden Österreicher lieferten sich mit letzter Kraft einen packenden Zweikampf. Doch die Geschichte aus dem Vorjahr sollte sich nicht wiederholen und Dominik überquerte die Ziellinie mit knappen 5 Sekunden Vorsprung. Kurz danach ließ sich auch Titelverteidiger Florian Holzinger vom Publikum in Empfang nehmen, der sich dieses Jahr mit dem dritten Platz zufrieden geben musste.

Reik siegt bei den Damen

Spannung bis zum Schluss wurde auch im Kampf um den Titel „Schnellste Dame“ geboten. Die Deutsche Lilly Reik, die letztes Jahr den zweiten Platz ergatterte, erreichte das Ziel wenige Sekunden vor ihrer Landskollegin Petra Zeller (2. Platz) und der St. Antonerin Viktoria Pfeifer-Jennewein.

Großartige Stimmung herrschte auch im Zielbereich bei der Galzigbahn. Tausende Zuseher verfolgten das Rennen live vor Ort und via Livestream auf einer großen Leinwand und fieberten mit den Teilnehmern mit. Stefan Steinachers Moderation brachte eine gehörige Portion an Spannung ins Renngeschehen. Interessante Hintergrundinfos gaben der Skirennläufer Michael Matt und Paul Schwarzacher, der noch immer den Streckenrekord mit acht Minuten und 14 Sekunden hält. Ob diese Zeit im nächsten Jahr geknackt werden kann, wird sich zeigen. Fest steht, jeder, der sich dem Kultrennen „Der Weisse Rausch“ stellt, wird in St. Anton am Arlberg als Held gefeiert. „Wir freuen uns, dass das Rennen erfolgreich über die Bühne gegangen ist und starten mit voller Motivation in die finale Woche der Saison“, so Martin Ebster, Direktor des Tourismusverbandes St. Anton am Arlberg.

Ergebnisse „Der Weisse Rausch 2019“
Herren Ski Alpin

Dominik Schranz, AUT, 0:09:00
Peter Rudigier, AUT, 0:09:05
Florian Holzinger, GER, 0:09:28

Damen Ski Alpin

Lilly Reik, GER, 0:12:21
Petra Zeller, GER, 0:12:27,44
Viktoria Pfeifer-Jennewein, AUT, 0:12:27,98

Alle weiteren Ergebnisse finden Sie auf der Website www.pentek-timing.at.

Verwandte Artikel:

Die ÖSV Europacup-Mannschaft beim gemeinsamen Trainingscamp in Obertraun (Foto: © ÖSV)
Die ÖSV Europacup-Mannschaft beim gemeinsamen Trainingscamp in Obertraun (Foto: © ÖSV)

Nach dem ersten gemeinsamen Training Anfang Juni in Niederösterreich, absolvierten die Europacup-Damen vergangen Woche in Obertraun bereits das zweite Konditionscamp, um sich für den kommenden Winter vorzubereiten, aber auch die Gruppendynamik zu steigern. Vom Sonntag 3. Juli bis Donnerstag 7. Juli 2022, trafen sich Vanessa Nussbaumer, Michelle Niederwieser, Anna Schilcher, Emily Sara Schöpf, Lena Wechner,… ÖSV News: Europacup-Damen schwitzten in Obertraun. weiterlesen

Marco Odermatt ist stolz, ein Selfie mit Tennis-Ass Roger Federer zu haben
Marco Odermatt ist stolz, ein Selfie mit Tennis-Ass Roger Federer zu haben

Buochs – In einem Interview mit unseren Kollegen von 20min.ch berichtet der eidgenössische Ski Weltcup Rennläufer Marco Odermatt, dass es kein Patentrezept gäbe, um Erfolge wie im letzen Jahr einzufahren. Viele Faktoren müssten passen, und so wie es aussieht, hat er zurzeit den richtigen Weg eingeschlagen. Er habe früh mit dem Skifahren begonnen und wer… Marco Odermatt ist stolz, ein Selfie mit Tennis-Ass Roger Federer zu haben weiterlesen

Neue Herausforderung für Ex-Stuhec-Coach Stefan Abplanalp (Foto: © SRF/Oscar Alessio)
Neue Herausforderung für Ex-Stuhec-Coach Stefan Abplanalp (Foto: © SRF/Oscar Alessio)

Bern – Stefan Abplanalp, der frühere Trainer der slowenischen Skirennläuferin Ilka Stuhec, wird ab der kommenden WM-Saison 2022/23 im Wechsel mit der einstigen liechtensteinischen Skirennläuferin Tina Weirather die Damenrennen kommentieren. Neben Abplanalp und Weirather gehören auch Marc Berthod und Didier Plaschy zum Expertenteam des Schweizer Fernsehens. Der 48-Jährige war zwischen 2004 und 2012 für die… Neue Herausforderung für Ex-Stuhec-Coach Stefan Abplanalp weiterlesen

Mattia Casse will auch in der Ski Weltcup Saison 2022/23 für Furore sorgen (Foto: © Mattia Casse / Facebook)
Mattia Casse will auch in der Ski Weltcup Saison 2022/23 für Furore sorgen (Foto: © Mattia Casse / Facebook)

Moncalieri – Nach dem verpassen der Olympischen Winterspielen und der Verletzung von Kvitfjell will der italienische Speedspezialist Matteo Casse, ausgestattet mit neuen Skiern, wieder angreifen. Der Skirennläufer möchte eine gute Saison erleben, nachdem er im Super-G mehrfach am Podest kratzte und einen schweren Winter hatte. So kehrt er Head den Rücken. Mit Rossignol-Brettern will er… Mattia Casse nimmt mit Rossignol-Skiern einen zweiten Anlauf weiterlesen

Swiss-Ski News: 14 Schweizer Ski Weltcup Rennen in der Saison 2022/23
Swiss-Ski News: 14 Schweizer Ski Weltcup Rennen in der Saison 2022/23

Der FIS-Kalender für die alpine Weltcup-Saison 2022/23 wurde im Rahmen des FIS-Kongresses in Mailand verabschiedet und am Auffahrtstag veröffentlicht. Insgesamt 14 Weltcup-Rennen werden im kommenden WM-Winter auf Schweizer Boden stattfinden – je sieben Rennen für die Frauen sowie für die Männer. Den Start macht das Weltcup-Speed-Opening in Zermatt. Die Männer starten am 28./29. Oktober mit… Swiss-Ski News: 14 Schweizer Ski Weltcup Rennen in der Saison 2022/23 weiterlesen