27 Januar 2022

Olympia 2022: Ester Ledecká möchte in Peking im Stile eines Harry Potter zaubern

Das Multisporttalent Ester Ledecká erweitert ihr sportliches Portfolio. (Foto: © Denis Dietrich (Atomic Marketing))
Das Multisporttalent Ester Ledecká erweitert ihr sportliches Portfolio. (Foto: © Denis Dietrich (Atomic Marketing))

Peking/Prag – Die tschechische Skirennläuferin und Snowboarderin Ester Ledecká trainiert derzeit in Italien auf einem Brett. Daher ist sie nicht bei den alpinen Speedrennen in Garmisch-Partenkirchen mit von der Partie. Am 8. Februar beginnt ihr olympischer Einsatz. Wenn alles nach Plan verläuft, wird sie Ende Januar nach China fliegen. Nach den Rennen in Cortina d’Ampezzo, wo sie Dritte in der Abfahrt und Achte im Super-G wurde, war ihr restliches Programm noch nicht ganz klar.

Bei den diesjährigen Spielen im Zeichen der fünf Ringe sind die beiden Sportarten in umgekehrter Reihenfolge angesetzt. Vor vier Jahren, die olympische Familie gastierte im südkoreanischen Pyeongchang, sorgte Ledecká im Super-G für Furore, als sie der lange führenden Anna Veith aus Österreich um eine winzige Hundertstelsekunde die sicher geglaubte Goldmedaille entriss. Später wurde die Tschechin ihrer Favoritenrolle im Parallel-Rennen im Snowboard gerecht und doppelte nach.

Ob das nun ein Vorteil ist oder nicht, weiß man nicht. Die Sportlerin ist froh, dass sich die Rennen nicht überschneiden. Es ist dennoch für sie ungut, dass zwischen dem Snowboardbewerb und den ersten Tagen auf zwei Brettern nur zwei Tage liegen. Die Tschechin berichtet, dass das eine kleine Herausforderung sein wird. In Südkorea konnte sie aufgrund einer Programmkollision nicht an der Skiabfahrt teilnehmen. Heuer muss der Übergang von Snowboarden zum alpinen Skirennlauf extrem schnell erfolgen.

Irgendwie hat Ledecká das immer geschafft. Sie ist stolz auf das großartige Team, das ihr beiseite steht und ihr hilft. Selbst wenn nicht viel Zeit bleibt, wird sie schnellst möglich nach den Snowboard-Wettbewerb, die Skifahrerin in ihr wecken. Die wenigen Informationen über die olympischen Pisten hat sie sich über YouTube geholt. In Pyeongchang war es nicht viel anders, obwohl einige andere Athletinnen dort waren. Nun sitzen aber alle im gleichen Boot, alles ist für alle Neuland. Im Reich der Mitte herrschen spezifische Klima- und Schneeverhältnisse. So kommt der Materialauswahl eine wichtige, wenn nicht eine entscheidende Rolle zuteil. Die Skier bei den Speedrennen in Lake Louise sind nicht so gut einsetzbar wie auf europäischem Schnee. Das Testen und das Finden der nötigen Feinabstimmung in China kann etwas kompliziert werden.

Vor Ort wird es kein Testteam von Atomic geben. Man muss sich selbst um alles kümmern. Ledecká verweist auf den Umstand, dass sie 30 Paar Skier mitnimmt. Die 26-Jährige betont auch, dass viel Arbeit auf ihr kleines Team und sie wartet und dass man viel zu tun hat. Seit ihrem überraschenden Super-G-Olympiasieg vor vier Jahren hat sich die Tschechin in der Weltspitze im Skirennsport festgesetzt. Bei den vergangenen Weltmeisterschaften in Cortina d’Ampezzo wurde sie in beiden Speedrennen Vierte. Obwohl sie wieder um Medaillen mitkämpfen kann, will sie keinen Druck aufbauen.

Im Unterschied zu den Spielen in Südkorea hat sie schon zwei olympische Goldmedaillen. Alles, was noch dazukommt, kann als Bonus angesehen werden. Neben ihren Auftritten im Super-G und in der Abfahrt will Ledecká in der Kombination an den Start gehen. Die Rolle der Fahnenträgerin im Rahmen der Eröffnungsfeier nimmt sie nicht an, da sie sich auf die Rennen konzentrieren möchte. Die Tschechin zieht alles, was wichtig ist, anderen Aktivitäten vor. So sind die Rennen für sie wie alle anderen im Weltcup auch. Die Dinge um sie herum interessieren sie nicht, mehr noch: Sie sind ihr überhaupt nicht wichtig.

Es ist klar, dass die Olympischen Spiele ein Sammelsurium vom verschiedenen Sportereignis darstellen. Sie findet es, wenn sie sich die Olympischen Sommerspiele im Fernsehen ansieht, immer sehr interessant, dass man auch Disziplinen sieht, die sonst kaum übertragen werden.

Die 26-Jährige nutzt ihre Freizeit, um Harry-Potter-Filme zu schauen. Ferner zwang sie auch ihren Trainer Tomáš Bank, die Abenteuer des berühmten Zauberers anzusehen. Wer weiß, vielleicht verzaubert uns die snowboardende Skirennläuferin oder skifahrende Snowboarderin wieder wie in jenem Februar vor vier Jahren.

Der Herren Ski Weltcup Kalender der Saison 2021/22  

Der Damen Ski Weltcup Kalender der Saison 2021/22  

Entscheidungen der Olympischen Winterspiele 2022  

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Quelle: sport.aktuality.cz

Verwandte Artikel:

Alexis Pinturault im Skiweltcup.TV-Interview: „Ich habe nicht gemerkt, dass mein Kopf nicht mehr bereit war.“
Alexis Pinturault im Skiweltcup.TV-Interview: „Ich habe nicht gemerkt, dass mein Kopf nicht mehr bereit war.“

Moûtiers – Im Jahr 2021 wurde der französische Skirennläufer Alexis Pinturault 30 Jahre alt. Mit dem Gewinn der großen Kristallkugel erfüllte er sich einen großen Traum. In der vergangenen Saison, die mit den Olympischen Winterspielen in Peking einen Höhepunkt aufwiesen, lief es für den Athleten nicht so gut. So konnte er sich lediglich über drei… Alexis Pinturault im Skiweltcup.TV-Interview: „Ich habe nicht gemerkt, dass mein Kopf nicht mehr bereit war.“ weiterlesen

Johannes Strolz zum Aufsteiger des Jahres gewählt
Johannes Strolz zum Aufsteiger des Jahres gewählt

Wien – Seit dem Jahre 1949 findet in Österreich die Wahl der Sportler des Jahres statt, so auch heuer. Bei den Frauen triumphierte die Snowboarderin Anna Gasser. Für die Kärntnerin war es der bereits dritte Erfolg. Die Skispringerin Sara Marita Kramer und die Tischtennisspielerin Sofia Polcanova, die ebenfalls unter die besten Drei kamen, dürfen zufrieden… Österreichs Sportler des Jahres heißt David Alaba – Johannes Strolz zum Aufsteiger des Jahres gewählt weiterlesen

Roland Leitinger wird seinen zweiten Platz in Sölden heuer nicht verteidigen können
Roland Leitinger wird seinen zweiten Platz in Sölden heuer nicht verteidigen können

Salzburg – Der österreichische Riesentorlaufspezialist Roland Leitinger war mit dem zweiten Platz, den er im Vorjahr beim Saison Opening am Rettenbachferner gestartet war, mehr als nur zufrieden. Doch die Freude währte nur kurz. Einige Zeit später zog er sich einen Kreuzbandriss zu. Der 31-Jährige hat mit der Ironie des Schicksals zu kämpfen. Immer, wenn er… Roland Leitinger wird seinen zweiten Platz in Sölden heuer nicht verteidigen können weiterlesen

Nach Schlüsselbeinbruch - Tschechischer Skiverband wartet noch auf Unterschrift von Ester Ledecká
Nach Schlüsselbeinbruch - Tschechischer Skiverband wartet noch auf Unterschrift von Ester Ledecká

Prag – Die dreifache Olympiasiegerin Ester Ledecká erholt sich offenbar noch von einer Verletzung, die sie sich im August zuzog. Neuesten Informationen zufolge brach sie sich das Schlüsselbein. Die erfolgreiche Ski Weltcup Rennläuferin und Snowboarderin begab sich sogar unters Messer. Verbandspräsident David Trávníček berichtete am Dienstag auf einer Pressekonferenz, dass er davon ausgehe und vielmehr… Nach Schlüsselbeinbruch – Tschechischer Skiverband wartet noch auf Unterschrift von Ester Ledecká weiterlesen

Die asiatischen Winterspiele 2029 in Saudi-Arabien auszutragen, sorgt bei Johan Clarey für Kopfschütteln und Unverständnis
Die asiatischen Winterspiele 2029 in Saudi-Arabien auszutragen, sorgt bei Johan Clarey für Kopfschütteln und Unverständnis

Tignes – Nach der Bekanntgabe von Saudi-Arabien als Ausrichter der asiatischen Winterspiele 2029, meldete sich der routinierte französische Skirennläufer Johan Clarey zu Wort. Der Olympiaabfahrtszweite von Peking ist fassungslos, auch wenn diese Winterspiele in den Medien kaum Erwähnung finden werden, ist es an der Zeit, dass man in Zukunft alles Mögliche in die Wege leiten… Die asiatischen Winterspiele 2029 in Saudi-Arabien auszutragen, sorgt bei Johan Clarey für Kopfschütteln und Unverständnis weiterlesen